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schen Verbrauch zu L000 Tonnen und unter dem Regime der Doppel-währung mit der Wertrelation 15^2:1 einen solchen von 1500Tonnenjährlich annehmen. Bei dieser letzteren Annahme ist noch mehr alsbei ersterer auf die fortschreitende Entwicklung des Edelmetall-verbrauchs von Asien Rücksicht genommen, da neben dem doppeltso teuren Silber Gold in höherem Maße als unter oer Herrschaftder Goldwährung importiert werden würde.
Bezüglich des industriellen Verbrauchs der westlichen Verkehrs-welt halten wir — diesmal im Einklang mit Arendt — unter derHerrschaft der Goldwährung ein Anwachsen auf durchschnittlich1500 Tonnen nicht für unwahrscheinlich, wogegen im Fall der Dop-pelwährung 1000 Tonnen schon sehr hoch gerechnet sein dürften.
Während wir also im ersteren Fall die Hoffnung hegen dürf-ten, daß die Produktion sich mit dem asiatischen und industriellen Ver-brauch annähernd unter dem jetzigen oder einem etwas niedrigerenPreis ins Gleichgewicht setzen wird, hätten wir nach Annahme derinternationalen Doppelwährung einen Ueberschuß von 3500 TonnenSilber jährlich oder in 20 Jahren von 12,6 Milliarden für monetäreZwecke in Aussicht zu nehmen.
IV. Ist bei der Doppelwährung eineGeldentwertung zu befürchten?
Nachdem die bimetallistische Forderung sich immer mehr da-hin zugespitzt hat, daß der internationale Vertrag auf Grund desalten Wertverhältnisses von 15'/?: 1 abgeschlossen werde, läge esnahe, die Unmöglichkeit der Aufrechterhaltung eines solch un-natürlichen Verhältnisses zu beweisen. Es gehört dies jedoch nichtzu den besonderen Aufgaben dieser Schrift. Nur weil die Bime-tallisten immer wieder fragen, wo denn die gefährlichen Silber-massen, von denen die Vertreter der Goldwährung sprechen, her-kommen sollen und wo unser Gold dann hingehen könne, sei daraufhingewiesen, daß sowohl in Indien wie in Nordamerika Milliardenvon Silber liegen, deren Eigentümer eine solch günstige Gelegen-heit, sie gegen Gold loszuwerden, gerne ergreifen werden.
In Indien wird von feiten der dortigen Krösusse das Goldimmer noch so hoch geschätzt wie je, und die Sitte ist in dieserBeziehung nicht so stabil, daß eine Aenderung der Nachfrage beieiner Aenderung des Preises nicht in Betracht käme. Indien, welchesin der Zeit von 1854—1890 mehr als 2 Milliarden Mark Gold ab-sorbiert hat, würde also in sehr bedeutendem Maße als Goldkäuferauftreten. In Nordamerika aber wird man jede Gelegenheit ergreifen,die 2 Milliarden Mark Silber des Staatsschatzes gegen Gold umzu-