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II. Die Welkproduktion und ihre Bilanz.
Besser als Zahlentabellen veranschaulicht die beifolgendegraphische Darstellung den Fortgang der Weltproduktion von Goldund Silber innerhalb der vierhundert Jahre, für welche uns ge-nauere Nachrichten zur Verfügung stehen.
Bei der Betrachtung dieser Kurven zeigt sich zunächst derkleine Anfang der Produktion beider Metalle am Beginn derPeriode und die große Verschiedenheit in dem Fortschritt der Gold-und der Silberkurve. Deutlich kennzeichnen sich insbesondere dierasche Steigerung der Silberproduktion durch die Funde in Mexiko und Bolivia in der Mitte des 16. und die rasche Steigerung derGoldproduktion in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die kleineStockung des Fortschritts der Wertkurve in den 70 er und 80 erJahren und die erneute großartige Steigerung der Silberproduk-tion im letzten Jahrzehnt. Klar ergiebt sich aber auch, daß dieBewegung der Wertkurve beider Metalle als Ganzes genommendurchaus keine größere Stetigkeit zeigt als die Goldkurve allein.Die Behauptung der Bimetallisten, daß die Verbindung beiderMetalle schon an sich eine größere Wertbeständigkeit des Wert-messers garantiere als durch die Wahl des Goldes als solchen er-möglicht sei, steht daher auf sehr schwachen Füßen.
Ebenso zeigt sich bei der Betrachtung der Relationskurvedes Silbers, daß die Entwicklung des Wertverhältnisses beiderMetalle zu einander mit deren Produktionsmengen nur in sehrlosem Zusammenhange steht.
Verfolgen wir zunächst kurz die Entwicklung der Wert-relation, so beginnt das 16. Jahrhundert mit einem Verhält-nis des Goldwerts zum Silberwert wie 10'/- : 1 bei einem Ver-hältnis des Gewichtsanteils der Goldproduktion von 11°/° desGesamtgewichts der produzierten Edelmetallmenge. Durch diegroße andauernde Silbergewinnung in jenem Jahrhundert redu-zierte sich aber der Gewichtsanteil des Goldes in den beiden letztenJahrzehnten auf 1,7 °/o und dennoch stieg die Wertrelation nurauf 11,8 : 1. Im ganzen 17. Jahrhundert betrug die Goldpro-duktion ziemlich gleichmäßig 2,4 °/o und gleichwohl trat in dieserPeriode eine bedeutende Änderung der Wertrelation ein, indemsich damals infolge der Wirren des 30 jährigen Kriegs die Relation15 : 1 ausbildete, wie es scheint hauptsächlich deshalb, weil wegender fortwährenden Verschlechterungen des Feingehalts der Silber-
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