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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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4.

Die Fähigkeit auszuwandern Grundbedingung jeder guten

Münze.

Wir'haben bereits angedeutet, welche Zustände zusam-mentreffen müssen, damit gemünztes Geld aus einem Landeins andere fließe. Schuldvcrhältuisse von Land zn Landmüssen sich derart begegnen mit den Prcisverhältnissen, daßein gewisser Schuldbetrag vorteilhafter mittels Geldes alsmittels Waaren zu begleichen ist. Stillschweigende Voraus-setzung ist dabei eiue derartige Beschaffenheit der Münze,daß sie sich zu dieser Ucberleituug qualificirt.

Angenommen, es wäre ein Uebel, daß Geld ins Auslandgeht, und eine Pflicht der Gesetzgebung, hiergegen einzuschrei-ben, so wäre das vermeintliche Uebel klärlich nur au einerder beiden Seiten dieser Erscheinung zu fassen. Entwedermüßte man verbieten, daß Waaren sei es überhaupt, sei eswenigstens über eine gewisse Quantität aus der Fremde be-zöge» werden. Oder man müßte verhindern, daß ein Landseinem Gelde eine Beschaffenheit gebe, die es-zum Gebrauchefürs Ausland tauglich macht.

Das erstere, die Beschränkung der Waarcneinfuhr durchZollerhohung zu bcwirkeu, wird zwar von Zeit zn Zeit auch