2.
Deutsche Goldansfnhr nicht erst durch die Miinzrcformermöglicht, nicht einmal durch sie erleichtert.
Gegen die Neige des Jahres 1874 verbreitete sich zumersten mal mit Lebhaftigkeit die Kunde, daß namhafte Beträgedes ncngeprägtcn Neichsgoldcs ins Ausland wanderten, undbald erhob sich ein Fragen, Klagen, Bangen oder auchTriumphiren über das, was beinahe jedermann als eine ver-hängnißvolle Wendung ansehen zu müssen glaubte. Die mitder Leitung der großcu Münzsachc Betrauten waren fürserste geneigt, nicht sowol an dem Rechte zu so übler Aus-legung als am Bestand der Thatsachen selbst das meiste ab-zudingen. Da nun aber gegcu die Sommcrhöhc zu derStrom des nach außen fließenden Goldes immer mächtigerund breiter, als nicht mehr von Millionen, sondern vonHunderten von Millionen gesprochen ward, da schien mitdem unleugbaren und in gewaltigem Maßstabe auftretendenFactum auch der in dasselbe gelegte böse Sinn die vollsteBestätigung zu erfahren. Die zahlreichen Gegner nnscrcrReform frohlockten, die Anhänger schienen verzagen zu wollen— alles ob dieser ciuzigen Erscheinung willen. Nicht blos,daß hier ein schweres Uebel eingetreten, schien ausgemacht,