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nißvollen Lauf Einhalt zu thuu. Jetzt erregte die That-sache , daß die goldenen Zwanzigmarkstücke über die Grenzezogen, Aufsehen, Schrecken, Unwillen. Nicht erst dieMasscnausfnhr der Monate Mai bis Juli 1875, sondernschon die ersten schwachen Ansänge der vorangegangenenZeiten wurden bemerkt, wurden Gegenstand der Erörte-rungen oder Anklagen in Presse und Parlament. Wannwar Aehnliches früher bei uns geschehen? Gesetzt anch —obwol wir das Gegentheil znm Eingänge dieser Schrift nach-gewiesen — gesetzt anch, es wäre niemals geprägtes Geldzum Einschmelzen ins Anstand gegangen, sondern nur derWechselkurs aufs Ausland zu ungewöhnlichen Dimensionengestiegen, Iveu im ganzen Bereiche der öffentlichen Meinunghätte das berührt? Der WechsclcnrS aber ist der wahreAusdruck für die innern Gcldvcrhältnissc des Landes. Erkaun — das wird ein besonderes Kapitel noch erläutern —er kann einem Lande, dank der Handclsbalanz günstig sein,obgleich dessen Gcldmctall cntwcrthet ist; aber er kann einemLande nie um ciu Namhaftes jenseits der Parität uugüustigsein, solange dessen Gcldsubstanz uucutwcrthct ist. Es seiauch zugegeben, daß die allgemeine Aufmerksamkeit besondersdeshalb lebhaft auf den Vorgang des Geldcrportcs gezogenwurde, weil er eine von vielen Seiten lebhaft angefochtenegesetzliche Neuerung praktisch oder theoretisch zu widerlegenschien, und weil namentlich die Gegner derselben sich ange-legen sein ließen, aus dem Vorgänge Kapital zn schlagen.Aber wir können überzeugt sciu, daß auch in Zukunft beivollkommen eingebürgerter Goldwährung die Empfindungfür die Bewegung des Metallgeldes uud für den Stand desWechsels zum Auslande, welcher dieser Bewegung sowol