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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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cinc jener oft dagewesenen sinkenden Bewegungen bedeute,welche nach gegebener Zeit von der emporsteigenden abgelöstwird, sondern einen unwiderruflichen Wendepunkt, da stürztesich die Spekulation erst mit voller Macht zu dcu Münz-stätten dcS lateinischen und holländischen Gebietes, um uochden letzten Moment zn benutzen, der ihr gestattete, cnt-wcrthetcs Silber zu voller Münze zu adeln, oder auch garnoch höhcrwerthigcö Gold dagegen einzutauschen.

Ernste Vertheidiger der Doppclwährung, solche, welcheden Gegenstand nicht mishandeln, weil sie mit Hülfe ihrerIgnoranz ihrem religiösen oder politischen ZclotiSmus zudienen suchen, haben behaupten wollen, das sei gerade derVorzug dieser Doppclwährung, daß sie, wenn ein Metall sichverthcucre und deshalb wegziehe, das andere dafür cinschiebc.Wie gewandt und gelehrt sie anch sonst sein mögen, imMoment solchen AnSspruchcs haben sie gauz und gar ver-gessen, was Geld ist; daß sein Wesen nicht in der Form,sondern im Gehalte liegt, nnd daß jede Ersetzung eines Geldesdurch ein solches, welches am Weltmärkte geringern Werthhat, nichts bedeutet, als daß mit dem Augenblick der Unter-schiebung des minderwertigen Metalls an Stelle des höhcr-wcrthigcn cinc Verschickung dcr Prcisvcrhältnissc un-fehlbar eintritt.

Rufen wir nns nnr zurück, wie wir zum Einblick inden innersten Mechanismus des Geldvcrkchrö zwischen denLändern, zur Erkenntniß dessen, was dcr Wechselkurs be-deutet, gelangt sind. Dieser, d. h. das Verhältniß von Landzu Land, findet stets seinen letzten Ausdruck in dcr Quan-tität Gcldmctall, welche man zum Behuf von Zahlungenwegschicken, znm Behuf von Erhebungen beziehen kann.