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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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wenn cs ihr auch nicht deutlich zur Empfindnng kommt.Vielmehr gerade in der Aufhebung der Empfindung, welchedurch die leise Jnfiltrirnng der einen Substanz an Stelleder andern herbeigeführt wird, liegt der Schaden und dieGefahr der Doppelwährung.

Der mchrcrwähnte Bericht der schweizer Dclegirtcnbei der jüngsten Confcrcnz des Lateinischen Münzbundcsschildert die Vorgäuge und Nachtheile dieser heimlichen Ver-giftung des Vcrkchrslebens in den lebhaftesten Ausdrücken.Wir haben oben eine Stelle citirt, in der beschrieben wird,wie je nach der vorherrschenden Störung der Münzschatz vomMetallhandel bald so, bald anders geleert und überfülltwnrdc. An einer andern Stelle zeigt er, wie die gcsnndc.Doctrin auch in Frankreich auf Beseitiguug der Doppel-währung dringt, und die Gegner der Goldwährung sich vor-wiegend auf eiue gewisse Autorität stützen, die ihre Kraftaus ihrer hohen Börsenstellung zieht.")

In den beiden Ländern", sagt der Bericht an einer andernStelle,die das Gesetz der Doppclwährung nicht dnrch denZwangscurs paralysirt haben, in der Schweiz und in Bel-gien nämlich, sehen die Bewohner seit 1373 immer mehrdas Gold verschwinden nnd das Silber den Verkehr be-herrschen, die Geschäfte immer mehr erschweren und vcr-theucrn." So der officiclle schweizer Bericht, der Be-richt einer Republik, dessen Autorität vielleicht von unserennltramoutaneu Finanzschriftstcllcrn nicht anerkannt, aber von

*) Der vorerwähnteRapport", S. 11: ,,1'antorits, Hus Isui-donns uns ncmts Position 6s dourss" (das HauS Nothschild).