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land. Wo einmal exportunfähigcs Geld die Regel bildet,tritt die Veränderung blos am geschriebenen und gerechnetenWechselcnrs zu Tage nnd verletzt den äußern Sinn nicht. Inden Ländern der gesunden einfachen und der noch lebendigenDoppelwährung (d. h. derer, die thatsächlich uoch ein besseresAnd e-in schlechteres Metall besitzen) hingegen tritt Mctallaus-fuhr ein und berührt das öffentliche Gefühl, ab'cr sie berührt esin verschiedener Weise. In den beiden letzter» Füllen erfülltdie AnSfuhr ihren innern Zweck, durch unangenehme Empfin-dung zum Bcwußtsciu zu bringen, daß eine Veränderungstattfindet, durch Schmerz zur Heilung aufzufordern; mir inLändern, die gar kein exportfähiges Geld besitzen, wird einLand gegen das Ausland verschuldet uud verändert seineinnern Productiousvcrhältnissc, ohuc daß cS der Gesammt-heit gleichmäßig zum Bewußtsein kommt. Aber währendim Lande der einfachen Währung sich die Erscheinung sofortals eine Krisis kennzeichnet, an der Alle thcilnchmcn undauf welche Alle sich ciurichtcu, um sie zu bekämpfen, nimmtdie Ausfuhr des im Werthe gestiegcucu Metalls im Landeder Doppclwährung den Charakter eines Uebels an, dasman sieht, ohne seine Wirkung klar zu empfinden, nnd wel-ches daher eine Situation voll Unbehagen, Mistraucn undAufregung erzeugt. Alle Welt fühlt, daß hier etwas vor-geht, was uicht vorgehen sollte, ahnt, daß einst böse Nach-wirkung daraus entstehen wird, uud verfällt der unbehaglichenEmpfindung, daß ein in seinem Erfolg noch nicht berechenbarerNachtheil beigebracht wird, gegen den man waffenlos ist.Dies war die Verstimmung, die mau auch bei uns empfand,als es hieß: „das Gold geht fort". Denn Gcldvcrthcucrungwar für den Moment noch nicht oder nnr vermöge einiger