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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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wärtigen Schuldnern Kapital und Zinsen in anderer alsihrer eigenen Münze zu zahlen, so bestätigen sie damit aufsfeierlichste für und gegen sich selbst, daß der von ihnen dahciinangeordnete Gcldfnß nicht einen Augenblick erlaubt, ernstlichin irgendeiner Frage von Mein und Dein auf ihm zu fußen.Und falls es denkbar wäre, daß die Länder der Doppel-währung ihr System dem Buchstaben gctren ins Leben zu-rückriefen (indem sie die jetzt beschränkte SilberauSmünzungwieder freigäben), so würde auch für sie bald die Nöthi-gung eintreten, gewisse Verbindlichkeiten zn ihren Lasten undzu ihren Gunstcu, auf deren unverminderten Eingang ge-rechnet werden muß, ausschließlich in Gold gegensätzlich zumSilber zu stipulircn. In dem Streite, welcher sich wegender in Thalern zahlbaren österreichischen Eisenbnhnpapicreerhoben hat, sehen wir bereits das sehr ernste Vorspieldieses künftigen Geschäftsganges. Die österreichischen Gesell-schaften können sich nach durchgeführter deutscher Goldwäh-rung, wenn sie sich mehr auf den Buchstaben ihrer Urkundeals auf dcrcu Siun stützen wollen, der Pflicht entziehen, denin Thalern geschuldeten Betrag in Mark Gold zu'zahlen"),aber wer künftig Verträge mit ihnen eingeht, wird ausdrück-lich verlangen, daß Zahlung in Gold verbürgt werde, wie

5) Wenn schon jetzt, ehe die volle ReichSgoldwährnng in Kraftist, gewisse österreichische Gesellschaften die deutsche Münzrcforiu zumBorwaudc nehmen, um in österreichischein und nicht iu deutschem Sil-ber zu zahlen, so ist das eine bloße Chicanc. Wer sich ans den todtenBuchstaben eines Textes stützt, »m an seiner Verpflichtung zn mäkeln,darf sich nicht ans die bloße Wirkung des Gesetzes berufen, um damitzu beweisen, daß sie schon im voraus den Werth des Thalers gesteigerthabe.