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2. Kapitel: Der Büchermarkt,
brandcnburgischen, holländischen, italienischen, nordischen, persianischen,polnisch-preußischen, sachsischen, schlesischcn, schwäbischen, schwedischen,spanischen, teutschen, thüringischen; einen medizinischen, einen moralischenRobinson; es gab damals ferner einen französischen, einen geistlichen,einen Jungfernrobinson u. s. w.^ — und auch ein „Buch HändlerRobinson" (Leipzig , 1728)^ fehlte nicht; ein unbedeutendes Broschürchenfreilich, das von Kriegsfahrten (eines ehemaligen Buchhändlers), abernicht vom Buchhandel spricht.
Was das Wachstum des deutschen Charakters des Büchermarktsbetrifft, so müßte man deutlicher sagen: er wurde unlateinischer undnationalsprachlicher.
Der erste Beginn künftiger Wandlung hatte sich hier in dem Zeit-raum von 1580 bis 1619 bemerkbar gemacht. Wenn man die Ziffernder nach Frankfurt gebrachten deutschen und ausländischen Verlagsartikelvergleicht, so zeigt sich, daß der Anteil des Auslands am deutschenGesamtmeßvcrkehr sich seit dem Beginn des letzten Fünftels des 16. Jahr-hunderts verminderte. In den Jahren 1564—1579 betrug der jährlicheDurchschnitt der iu den Meßkatnlogen verzeichneten ausländischen Werke38"/„ der Gesamtprodnktion. Vom Jahre 1580 ab vermindert sich derProzentsatz. Er beträgt in den Jahren 1580 — 1589 28«^, in denJahren 1590—1603 24"/„ und in den Jahren 1604—1615 20°/«,sodaß er in fünfunddreißig Jahren fast auf die Hälfte seiner ursprüng-lichen Höhe herabgesunken war. Die starke Verminderung ist in ersterLinie eine relative, d. h. die Verschiebung des Verhältnisses wird inerster Linie durch das Wachstum der inländischen Produktion bewirkt,während der Anteil von Frankreich, Holland, Belgien und England , wiedie folgenden Tabellen zeigen, absolut im Steigen, und zwar ganz be-trächtlich im Steigen begriffen war.
Anteil der französischen, holländische», belgischen und englischen Biicherprodnktionam deutschen Meßverkchr 15K4—1619.