166 4. Kapitel: Die Entwicklung der Leipziger Büchermesse bis zum 30jähr. Kriege.
neuten Rechtsstreits wieder nicht erschienen; Von der nächsten Messean aber wurde eine Verständigung dahin erzielt, daß Lamberg den Druckweiter besorgte und jeder der beiden Abzüge des Katalogs mit demPrivileg erhielt und mit besondcrm Titel (Lamberg: LawloZus novus,Große: Inäieis Zensialis eontinnatio) vertrieb. Die Zahl der mitGroßes Namen erhaltenen Abzüge dieser Gemeinschaft ist sehr gering,von sechs Messen (Michaclismcsse 1605, Ostermesse 1606, Michaelis-messe 1609, Oster- und Michaelismesse 1613, Ostermesse 1614) ist sienoch nicht nachgewiesen worden. Nach Ablauf seines Privilegs, vonOstermesse 1620 an, tritt Lamberg (nach seinem Tode die Erben, dannder Geschäftsnachfolger Henning Köter) nur noch als Drucker des Katalogsauf. Die Großeschen Mcßkataloge sind des weitcrn vollständig überliefert(1637 und 1644 beide Messen zusammengezogen).
Die Leipziger Meßkataloge waren in erster Linie Verzeichnisse derFrankfurter Meßbücher^, indessen keine einfachen Nachdrucke; sie zeigtenbeides auf ihrem Titel selbst an; der erste Leipziger Meßkatalog istbetitelt als „Ein aus dreien unterschiedlichen Katalogen zusammen-gezogenes ordentliches Verzeichniß aller Bücher, so zum Theil die ver-schicncne Herbstmesse zu Frankfurt a. M, zum Theil im Leipziger Michaelismarkt dieses 1594. Jahres hie in öffentlichem Druck aus-gegangen"; dieser Hinweis auf die Frankfurter Kataloge findet sichauch weiterhin auf den Titeln. Eine Eigentümlichkeit der LeipzigerMeßkataloge war das Verzeichnis der nur nach Leipzig gekommenen (mitandern Worten nicht in den Frankfurter Katalog aufgenommenen) Bücher.Dieser Anhang wurde von Lamberg eingeführt, gleich in scincin erstenKatalog; mit der Verlagsgemeinschast von Michaelismesse 1603 ab gingdas Verfahren auf die Großcschen Kataloge über. Übrigens dürfen dieseBücher nicht allein in dem genannten Anhang gesucht werden; sie findensich auch vielfach in aller Gattung Bücher eingeschoben. „Mit Vermehrunganderer Bücher", wurde gleichfalls bald hinzugefügt. Eine Vcrglcichmigder Frankfurter und Leipziger Meßkataloge ergibt Änderungen, Zusätze uudWcglassungen in großer Zahl. Grundsätzliche Änderungen und Ver-besserungen sind nicht vorgenommen worden. Mit der Angabc der Ver-lagsorte am Rande (seit Anfang 1595) folgte der Leipziger Katalog nurdem soeben in Frankfurt von Egenolph gegebenen Beispiele. Wie derFrankfurter , so gab auch der Leipziger Meßkatalog keine Preise an; bc-