und in den wir nun zurückkehren, legen sich wie eine breite altgermanischeMarkgrenze die Jahrzehnte des Dreißigjährigen Kriegs, dessen Bedeutungfür die Verminderung des ausländischen Anteils am deutschen Bücher-meßverkehr wir bereits kennen gelernt haben. Wir haben hier nichtmehr von dem Elend zu reden, das er herausführte, von dem allgemeinenRückgang der Vermögenslage, dem fast völligen Stillstand gewerblicherKultur, der sich bis ins 18. Jahrhundert hinein fühlbar machte, demNiedergang der Technik, der, gerade auch auf dem Gebiete des Buch-gewerbes schon seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorbereitet,durch ihn so außerordentlich verstärkt wurdet Eine Schilderung desMißgeschicks Leipzigs , seines Buchhandels und seiner Messe: wie dieKonkurse unter den kleinern Buchhandlungen mit den zwanziger Jahrensich zu häufen begannen, wie spärlich oder gar nicht die Messen besonderszu Michaelis 1631, im Jahre 1632, zu Neujahr 1643, zu Michaelis1644 besucht wurden, der Platzbuchhandel in den dreißiger Jahren fastvernichtet wurde, die Kleinhändler mit dem Jahre 1634 fast ganz ausden Stadt- und Gerichtsbiichern verschwinden, würde nichts hinzufügen,was für unfern Rück- und Vorblick von grundsätzlicher Bedeutung wäre.Was die Zahl der Buchhändler und Buchdrucker der Meßstadt betrifft,so ist eine Eingabe vom Jahre 1630 von zehn, eine solche vom Jahre 1642von elf Buchhändlern unterzeichnet; Buchdruckereien bestanden im Jubi-läumsjahre 1640 fünf, mit fünfzehn Kunstgenossen (Gesellen).
Es würde nicht ohne Interesse sein, aus Grund der Meßkatalogcein statistisches Bild davon zu entwerfen, in welchem Maße die ver-schiedenen Landschaften ganz Deutschlands an dem tiefen Fall, den diedeutsche Verlagsproduktion im Dreißigjährigen Kriege that, beteiligtwaren." An dieser Stelle genügt uns ein Blick auf die Ziffern derGesamtproduktion von Beginn des 17. Jahrhunderts an bis in denBeginn der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein, um uns dieBedeutung des Dreißigjährigen Kriegs in der Geschichte der deutschenBücherproduktion in quantitativer Hinsicht zu vergegenwärtigen.
Das letzte Jahrzehnt vor dem Zeitalter des Dreißigjährigen Kriegs,das Jahrzehnt 1610—1619, bezeichnet zugleich den größten Hochstandder deutschen Bücherproduktion des vor diesem Kriege gelegenen Zeit-raums; die Jahre 1613, 1617, 1618 und 1619 bilden mit 1358,
1244, 1293 und 1291 in deutschen Orten (oder mit 1780, 1665, 1757
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