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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Regelmäßiges Erscheinen der Sortimentskataloge.

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Man sieht indem wir nun in unfern Zeitraum selbst eintreten

welches jene der ganzen Hauptperiode gemeinsamen Grundlagen undjene sich nun ganz ausbildenden neuen Gebrauche sind, von denen wiroben sprachen: jenes der Mcßkatalog, dieses der Sortiments- oder sagenwir gleich deutlicher: der Meßsortimcnts- und der Lagcrkatalog. DerZusammenhang zwischen Holland , dessen Buchhandel ja die Hochschuleder deutschen Buchhändler war, als Vorbild und Deutschland als Nach-folger darf dabei wohl nicht unbeachtet bleiben; wenngleich seine ein-seitige Betonung eine allzu pragmatische Auffassung heißen möchte:dazu ging denn doch, wie wir gesehen haben, diese Einrichtung allzuunmittelbar und notwendig aus der Organisation des deutschen Buch-handels selbst hervor.

Wir fanden vor Beginn des Dreißigjährigen Kriegs die ersten Bei-spiele gedruckter Meßsortimeutskataloge und während des Kriegs die erstenBeispiele ihres regelmäßigen Erscheinens. In unserm Zeitraum wird derletztere Gebrauch stehend. Innerhalb des 17. Jahrhunderts treten dieseKataloge zunächst vereinzelt auf: so die von Wildeisen in Rostock 1661,Schulz in Hainburg 1668, von Fincels Erben und Nachfolgern in Witten-berg, Frankfurt a. O. uud Stargard 16731682, von Zcnckcr in Anklam ,Gothcnburg, Earlskron und andern Orten 1688. Um die Wende desJahrhunderts mehren sie sich, und zwar geschlossene Reihen bildend;wir finden in den letzten Iahren des 17. und dem ersten Drittel des18. Jahrhunderts solche Reihen von regelmäßig zu den Messen er-scheinenden Katalogen in Leipzig, Augsburg, Straßburg, Dresden , Halle,Frankfurt a. M."° Der allmesscntliche Katalogdruck, zweimal im Jahre

die NeujahrSkataloge sind Ausnahme; ebenso die bloß jährlichenKataloge, wie die von Dulßeckcr in Straßburg 1696 fg. (nur Frühjahrs-messe) war zur allgemeinen Gewohnheit geworden; jedenfalls schonfrüher, als wir nn der Hand der erhaltenen Exemplare es sind zu-nächst meist ein oder zwei große Foliobogen, auf denen in kleinem Drucketwa 350 bis 770 Titel Platz fanden, dann im .Ucinoktavformatnachweisen können. Die Eingabe der Leipziger Drucker vom Jahre1697"" setzt den Druck dieserxartieular LawloAi" als eine ganzbekannte Sache voraus, sodaß der Umstand, daß ihn im Jahre 1737die Berliner Buchhändler als allgemeinen und notwendigen Geschäfts-brauch bezeichneten nichts besonders Bemerkenswertes mehr hat, uud