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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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380 7. Kapitell Das bibliopolische Deutschland : Absatz, Preis, Nachdruck, Censur.

maligen Weyrichschen Gesellen war eine recht bescheidene. DasBinden von Kalendern und Sachen, diein Felßlc" (Falzen) ge-bunden wurden, besorgten die beiden Tochter, und erst im Jahre 1735dachte derarme und gemeine" Buchdrucker daran, sich wenigstens einenLehrling zuzulegen. Erst im Jahre 1736 verschaffte sich sein NachfolgerChrvh. Hcinr. Gothel die Konzession, auch mit fremden ungebundenenBüchcru handeln und so in Spciereinen Buchhandel, sowohl mit aus-wärtigen, als auch denen von ihm selbst verlegenden Büchern, gleichandern Buchdruckern in Reichsstädten, 6. in Nürnberg, Augspurg ,Ulm und Frankfurt M." errichten zu dürfen, weil ihm einige aus-wärtige Buchhändler Bücher uur unter der Bedingung zun? Druckgeben wollten, daß er die Hälfte der Bezahlung in Büchern nehme.

In Straßburg waren die betriebsamsten Verleger der zweiten Hälftedes 17. Jahrhunderts Sim. Paulli (1661/77 106 Artikel) undFricdr. Wilh. Schmuck (1676/87 76 Artikel), aus dessen 1675gegründeter, schon 1676 mit einer Kupfcrstichanstalt, 1681 mit einerBuchdruckerei verbundener Buchhandlung später das Haus Berger-Levrault hervorging.^ Der Verlag, der die meisten Schriften zur Weltbrachte, war der von Fricdr., dann Joh. Fricdr. Spoor (16491706255 Artikel). Etwa von derselben Dauer war der Verlag Josias Städcls;16621687 Geo. Andr. Dolhopf (und Joh. Eberh. Zezner). Dcreinzige bedeutende Verleger des 18. Jahrhunderts war Joh. Reinh.Dulßeckcr (16961738 229 Artikel). Die Druckerei von Geo. Andr.Dolhopf (f 1696) kaufte 1729 Joh. Franz Le Roux und vereinigte siedann mit der Dulßcckerschen Druckerei (gegr. 1606): es ist die heutigeStraßburger Buchdruckern, Verlags-, Sortiments- und KunsthandlungF. H. Le Roux & Comp.^"°

In der Schweiz waren die beiden Hauptorte Basel und Zürich .Was die Gesamtsumme der Verlagsproduktion des ganzen Zeitraumsbetrifft, so steht Basel weit über Zürich . In Basel befand sich auchder größte schweizerische Verlag, der Konigsche (16501700 218 Ar-tikel); es ist aber bemerkenswert, daß seine Blütezeit mit den 1670erJahren vorüber ist, während in Zürich 1733 dcr zukunftsreiche Verlagvon Heidegger ^ Comp, erscheint: Basel bewegt sich, dcr großen Druckcr-verleger-Familicn dcr Genath, König, Thurncyscn und Decker ungeachtet,im ganzen in absteigender, Zürich in außerordentlich kräftig aufsteigender