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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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382
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7. Kapitel: Das bibliopolische Deutschland ; Absatz Preis, Nachdruck, Censur.

lichen Umfang des Verlags betrifft, aus dieselbe Stufe hcrabgehcnd, aufder Herm. und Mich. Dchmen stehen «ebenfalls bis 1709). Im Jahre1655 erscheint, nur bis 1669 vertreten, der uuteruchmungskräftigsteKölnische Verleger damaliger Zeit: Joh. Busäus (212 Artikel). Vonden siebziger bis in die neunziger Jahre Widenfelds Erben (und Gott-fried Bergcr). Ins folgende Jahrhundert hinein ragen zwei Verlagevon Bedeutung: Servatius Nöthen (16881719) und als die be-deutendsten nach bescheidenen Anfängen Peters (der die Buchhandlungund Buchdruckerei 1629 gegründet hatte, f 1671^) und PaulsWilhelm (16821720), Franz (16961724) und Arnold Metternich(16811711; Wilhelm 332, Franz 186, Wilhelm und Franz 93,Arnold 52 Artikel), die KölnischenHauptbuchhändler", wie sie in denWiener NcichShofratSaktcn genannt werden.

Im übrigen sah es in der Nordwest- und Südostsphärc, im west-fälischen Kreise einerseits, dem bayrischen und österreichischen andrerseits,mit großen in den deutschen Mcßbctrieb eingefügten Verlagen am dürf-tigsten aus. Der Mcycrsche Verlag in Lemgo 1570 gegründet, 1650von Albert Meyer angekauft und in den Mcßkatalogen seit 1692 auf-tretend, die heutige Meyerschc Hofbuchdruckcrei in Detmold , blieb langeZeit außerordentlich dürftig und blühte erst seit 1728, dann aber sehrkräftig empor, einer Zukunft entgegengehend, in der sie für den ganzenNordwesten eine beherrschende Stellung einnehmen sollte. Im Südostenfanden sich im 17. Jahrhundert zwei hervorragende Firmen: Joh. Bapt.Mayer in Salzburg (1658 99 227 Artikel) und Joh. Wagner in München (1646,74 167 Artikel); in der ersten Hülste des 18. Jahrhunderts istzunächst nur Joh. Conr. Peetz (seit 1733 Peetz ^ Bader) in Negens-bnrg zu erwähnen (1717,41 102 Artikel), bis dann im Jahre 1734ebendaselbst der Verlag Joh. Leop. Montags anhob.

München und Negensburg waren die beiden buchhändlcrischcn Haupt-städte Bayerns. Johann Wagner wurde in München "" im Jahre1646 als Buchhändler an- und ausgenommen. In den 1660er Jahrentrat ihm sein Tochtermann Joh. Hermann van Geldern, und zwarals Hofbuchhändler, zur Seite. Im Jahre 1669 beschwerten sich beidegegen den Hofbuchdrucker Johann Jäcklin, der sich unbcfugtcrmaßen aufausgehängter Tafel als Buchhändler bezeichne und in offenem Ladendurch seinen Druckersaktor Sortimentsbücher verkaufen lasse; zwei Buch-