Händler seien für München vollauf genug. Trotzdem hat die JäcklinscheFirma als Buchhandlung weiterbestanden. In demselben Jahre 1K69baten zwei Buchführcr aus Amsterdam , Johann Plau und AlexanderHartnnck, um Hofschutz und Verleihung einer Buchhandlung; sie hättenerfahren, daß in München Mangel an „lustig und curiosen in Welsch,französisch und andern Sprachen Büchern und Traktätlein" sei. DasGesuch ist zweifellos abgewiesen worden, denn sie treten dann niemalswieder auf. Im Jahre 1«>93 reichte die Geldcrsche Wittib eine —zu einer umfänglichen gegen die Buchbinder überhaupt gerichteten An-klageschrift anschwellende — Eingabe gegen den Buchbinder MichaelMayer ein, der sich unterstehe, „eine rechte Buchhandlung zu treiben".Die Geldcrsche Handlung spielte überhaupt in dem kleinen MünchcnerBuchhandel die führende Rolle. Im Jahre 1698 unterstützte sie,nm ihre eigenen Interessen zu fördern und mit den zwei Läden, diefic schon in der Stadt hatte, „noch nicht vergnügt", ein Gesuch ihresBuchhalters Johann Hiblcr um eine neue Buchhandlungskonzcssion.Allerdings sollte Hiblcr nur auf die „kleine Bicchelführung" konzessioniertwerden, und er wurde in der That in demselben Jahre als „Mappen-führer", d. h. auf den Verlag und Verkauf von „Mappen, Kupferstichund dergleichen Mallercy auch kleinen Buechlein" privilegiert. Jückliukam dagegen ein. Nach Mappen sei bisher wenig Nachfrage gewesen;außerdem würden sie vollauf zur Geniige zur Dult anhcr gebracht; undendlich seien die andern kleinen und „alten Buchführer", die Buch-drucker und Buchbinder mit Mappen und kleinen Büchlein genugsamsortiert. Ihnen darum „widcrmnb einen neuen Bucchführcr unverant-wortlich auf den Halß zu setzen", sei um so weniger angezeigt, als geradein den kleinen Büchern ihr meister Handel bestehe und man leider geradehier schon mit der Konkurrenz der Buchbinder zu thuu habe. Hiblcr aber(aus dessen Handlung dic ältcstc dcr gegenwärtig in München bestehendenBuchhandlungen, dic Lcntncrschc Buchhandlung hervorging > behielt nicht nurseine Konzession, sondern erstreckte, statt mit der Gclderiu Haud in Handzu arbeiten, seinen Handel auch auf große Bücher. Außer sich darüber,beschwerte sich dic kurfürstliche Hofbuchführcrin Frau Maria van Gelderüber dm unvermutctcn Konkurrenten, dcr von ihr „als ein armer schluckhcrauf barmherzigthcit angenommen, aus denen habenden Äunppcn gchobt,anfeuthlich mit schadcn nnd nnkhostcn oufcrzogen, ans dic Handlung nit
Druckschrift
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Seite
383
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