Z84 7- Kapitel: Das bibliopolischc Tnitschlaiio; Absatz, Prciö, Flachdruck, Ccnsur.
mit gering mühe abgerichtet, mit guter Kost und soldt uach und nach ver-sehen und endlichen eine rechte schlang" geworden war, und verlangte,daß ihm eine gewisse Tar gesetzt werde, über die hinaus der Preis seinerBüchlein nicht steigen dürfe. Eine dritte Buchhandlung — denn dieWagncrschc und Geldersche sei als eine zu betrachten — bedeute denRuin des Münchcncr Buchhandels. Hiblcr erklärte dagegen, es habein München Zeit seines Gedenkens drei Buchhandlungen gegeben: dieWagnersche, Jücklinschc und Geldersche; die Wagncrschc sci abgegangen,und an deren Stelle trete.er. Der Magistrat erklärte den Unterschiedzwischen „kleiner" und „großer Buchführcrci" allerdings als zu Rechtbestehend, es resultiere aber daraus nicht, daß demjenigen, welcher aufdas eine konzessioniert sei, damit das andere verboten sei; das hängenur von des Buchfllhrcrs Vermögen ab. Demgemäß wurde Hibler diegroße Buchführcrci vom Rate konzediert; die Geldersche ging an denKurfürsten, aber dieser bestätigte (7. Nov. 1701) den Ratsentscheid.Im Jahre 1740 bestand in München nur ein eigentlicher Buchfllhrer,der gleichnamige Sohn Johann Hiblers; neben ihm bestanden 3 Buch-drucker (so seit Ausgang des 17. Jahrhunderts"'», 13 Buchbinder,2 Bildldruckcr, 2 Bildcrhttndler, 3 Kartcumachcr und je 1 Zeitungs-drucker, Kupfcrdruckcr, Papicrer und Pirmcntcr. — In Regens-burg zählte man im Jahre 1723 2 Buchhändler, 3 Buchdrucker(ebenso 1740"^), 5 Buchbinder und 1 Kupferstecher. In der Uni-versitätsstadt Ingolstadt"'' >vagtc im Jahre 1691 der erste Buch-händler, Joh. Andreas De la Hayc von Luxemburg, sich zwischen denim Posseß befindlichen Buchbindern niederzulassen: „da man doch", wiedie Buchbinder erklärten, „seiner handlschafft gar nit bcdürfftig, sondervon denen Endterischcn in Nürnberg , so iährlich die alhiesigc Viuversitöt,besuchen, auch denen Buechbiudcrn Buechcr per Lommissiousm ZumVcrkhauff hindcrlassen, gar wol nach aller vergnüegung, vnd Zwar gegeneinen wolfaitlercn Preyß versehen würdt"; es stehe deshalb dahin, „ob nitdieser inixorwuer. . intrgckierter Mensch widerumb abgeschafft" werdenmüsse. Die Firma hat aber durch unfern ganzen Zeitraum hindurch be-standen. In Salzburg "° bestand zu Beginn unseres Zeitraums die obenerwähnte Mayrschc „Hof- und akademische Buchdruckerei und Buchhand-lung". Im Jahre 1656 entstand daneben die spätere „Mayrschc Buch-handlung" und um dieselbe Zeit die „Landschaft- oder Stadtbuchdruckcrei".