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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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München, Rcgensbnrg. Ingolstadt, Salzburg. Laibach. Wien . Zg5

Salzburg behält durch unfern ganzen Zeitraum zwei Druckereien "'; nebendein einengroßen" (die oben erwähnte Mayrsche Druckerei und Buch-handlung; 1700: Mahr ^ Haan"") bestanden im Jahre 1700 zweikleine Buchführer", aber auch mehrere, die große und kleine Buch-führerci vereinigten. Die Firma Johann Baptist Mahr war zugleichdie bedeutendste, uud ofscubar ciuzigc eigentliche Buchhandlung der Haupt-stadt des südlichsten österreichischen Kronlandes, Laibachs.Neben ihr be-standen dort in den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts vier Hand-lungen, deren Inhaber zugleich Buchbinder waren, und kurze Zeit nochzwei weitere Haudluugcn. Salzburg scheint für die südlichen Kronländcrvon beherrschender Bedeutung gewesen zu sein; als im Jahre 165)5 der Frei-herr von Ancrsperg in Laibach eine große Bibliothek errichtete, wurden dieBücher dazu in erster Linie in Frankfurt, Salzburg uud Venedig angekauft.

Von österreichischcu Verlegern spielt in den Mcßkatalogcn nicht eineinziger eine Nolle, nicht einmal Matthäus (iosmerovius (16401674)oder Johann van Ghelen (16781721), die bedeutendsten Wiener ^"Druckcrvcrlcger unseres Zeitraums. Diese buchhändlcrischc Abgeschlossen-heit Österreichs datierte schon von der Wende des 16. Jahrhunderts her.Der österreichische Buchhäudlcr war nicht nur auf der Leipziger , sondernauch auf der Frankfurter Messe ein fast nie gesehener Gast; er begnügtesich mit den großen Märkten südlich der Mainlinie, in älterer Zeit be-sonders Augsburgs.^ Je weiter die Zeit fortschritt, desto mehr wurdeÖsterreich , besonders was die Höhcrc Allgemcinlittcratnr betraf, buch-wirthschaftlich vom Reiche abhängig wir werden bei anderer Gelegenheitnoch davon zu reden haben; nnd was Wien an bnchhändlerischcm Lebenüber den heimischen Druckervcrlag hinaus besaß, das kam ihm unmittelbarin besonders starkem Maße von Süddcutschland, und zwar von evange-lischen Landen zu. Buchhändler TüddentschlandS^' und der Schweiz ^'waren Wiener Nicdcrlägcr", und von den zwölf bis dreizehn Buchhändlern,die Wieu das zu Ende des 17. Jahrhunderts mit den Vorstädte«80000 und im Jahre 1721 135000 Einwohner zählte^ in den1730er Jahren besaß, waren kaum drei oder vier katholischer Konfession.^Aus Augsburg und Nürnberg bezog Cosmcrovius auch seine Typen;anch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die Typen nochvorwiegend von auswärts eingeführt, von Venedig, Amsterdam, Paris abgesehen, besonders aus Nürnberg (Endtcr), Leipzig (Müller) und Halle.

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