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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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502 7- Kapitel: Das bibliopolischc Teutschland: Absap, Preis, Nachdruck, Ccusur.

1672, H. Große), 2,8 Pf. (4", Helmstedt 1675, Hnmm^ und 2,-, Pf.(4", Jena 1710, Härtung).

Von Christian Wolffs lateinischen Schriften, den Grundwcrken derSchulphilosophie eines ganzen Zeitalters, kosteten, sämtlich iu 4" beiRenger in Halle in den 1730er Jahren erschienen, die Ontotogie 4,2 Pf.,die Cosmologie 3,o Pf., die Psychologie 3,5 Pf., die Theologie 3,i Pf.pro Bogen; daß die Preise mit jedem folgenden Werke sinken, ist wohlkein Zufall. Bou Wolffs in demselben Perlag in demselben Jahrzehnterschienenen Gesammeltcn kleinen tcntschcn Schriften in 8" kostete der zweiteTeil 3,7 Pf., der dritte 3 Pf. pro Bogen. Erasmus' De LeUo (8",Braunschweig 1672) kostete pro Bogen 4 Pf.; von Erasmus' De Oivi-litats gab es Ausgaben mit den Bogcnprcisen von 4 Pf. (8", Leipzig 1702, Weidmann, lateinisch und deutsch), 3 Pf. (12", Leipzig 1702,Schuster, lateinisch und deutscht und 2,4 Pf. «8", Hamburg 1716, Heyl,und 8", Goslar 1721); die OoUcxiuiÄ cum I^auäs Ltultitiaö hatten beiEmmerich in Leipzig (12", 1698) den Bogenpreis von 3,? Pf., beiBartholomni in Ulm (8«, 1712) den von 3,s Pf.

Wir konnten oben in den Grundsätzen der Preisbildung nnd beab-sichtigten Preisreform der Hallcschen Waisenhauobuchhandlung die aus-gesprochene Tendenz auf eiue über einer allgemeingültigen Bogcntaxe auf-gebaute Gleichmäßigkeit der Bücherprcisc beobachten. Das GeorgischeBücher-Lexikon bestätigt diese Beobachtung. Es zeigt eine, in der ge-ringen Verschiedenheit der Ausstattung, der geringen Höhe und Ver-schiedenheit der Honorare und der allgemeinen Richtung der Organisationbegründete große Gleichmäßigkeit der Preise. Es herrschte die Tendenz,für Papier, Druck, Honorar allgemeine Durchschuittssätze anzunehmenund einen allgemeinen Bogenpreis zu normieren, in dem das Mehr hierdurch das Minder dort ausgeglichen wurde, und sie konnte herrschen,weil die Verhältnisse selbst sie au die Haud gaben.

Der mittlere Oktavbogcnprcis beträgt für lateinische und deutsche Schulbücher 2,^ Pf., für kommentierte lateinische silassikerausgabcn 2,9 Pf.,für populäre deutsche Litteratur und lateinische Gclehrtcnlitteratur gleich-mäßig 3,2 Pf., und nur die großen Lexika steigen mit 7,s Pf. bedeutendüber das Allgcmcinnivean empor.

Von den Preisen dcutschcu Verlags heben sich scharf die Preise ab,die man in Deutschland für gute Werke auslnudischcu Verlags zu zahlen