Buchhandelsrcform. Einverleibung der Nordseeküste. Perthes'Prvmemoria 1811. Zg
spielten sich nur in einen: Schriftenwcchscl der obersten Regierungsbehördenab, und die über die Lage des Leipziger Buchhandels wurden im Juni1811 eröffnet. Inzwischen war im Juli 1810 Holland , im Dezember1810 das deutsche Küstengebiet bis zur Ostsee hin dem Kaiserreich ein-verleibt worden: die französische Grenze ging jetzt bei Wesel über denRhein, lief über Minden nach dem Punkte, an de»? die Elbe aufhört,Mecklenburgs Grenze zu bilden, und von da an der Westgrenzc Mecklen-burgs entlang zur Lübecker Bucht , und unterm 9. April 1811 wurde dieGültigkeit des Februardekrets in den neuen französischen Gebieten verfügt.
Der Leipziger Buchhandel dachte sofort daran, der Gefahr, die da-mit der buchhändlerischcn Einheit der Länder südöstlich und nordwestlichjener Grenze drohte, mittels einer Bittschrift an den König von Sachsenentgegenzutreten, in der dieser um Verwendung bei Napoleon ersuchtwerden sollte. Anders der „Buchhändlersouveräu" des Nordostens. Erwar davon überzeugt, daß in dem Musterlande staatlicher Centralisation aufdie Ausnahmestellung einer einzelnen Provinz nicht zu rechnen war. Ervergaß aber auch nicht, daß Institutionen nirgends als in den Menschenleben, die ihre Träger sind. Napoleon gab Maßregeln zur Unterdrückungder Völker; seine Werkzeuge aber richteten ihr Augenmerk nur auf ihnund darauf, nicht in Verantwortung zu fallen, und übertünchten darumdie Dinge, unbekümmert darum, ob sie ihrem eigentlichen Zweck ent-sprachen und ausrichteten, was sie sollten; dazu waren sie Franzosen:gutmütig, wcrkthätig, sprachunkundig, ohne Trieb ins Innere einzu-dringen. So hatten ihn die Erfahrungen, die man mit den betreffenden'Februarbestimmungen bisher gemacht hatte, gelehrt. Seiner Ansicht nachkonnte es sich nur darum handeln, das Unvermeidliche der Formen, indie man sich bald einleben werde, hinzunehmen, seinerseits aber mitOstentation Mittel und Maßregeln aufzuwenden, die dem Herrn vonEuropa eiuc laut und überzeugend redende Bürgschaft größter Loyalitätgegen ihn sein müßten.
Perthes legte seine Gedanken in einem Prvmemoria nieder, das, im Ein-verständnis u. a. mit Bcrtuch, an leitende Stelle nach Dresden gelangte."
Ohne den deutschen Buchhandel kein alle Deutschrcdenden gemeinsamumschlingendes Band. „In Deutschland könnten Wissenschaften undKünste nicht getrieben, nicht gefördert werden, wenn nicht durch alleProvinzen, wo deutsch gesprochen wird, der Buchhandel von einem Punct