Ludcns „Freier Geistesverkchr",
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einstimmung waren. Nichts thörichter deshalb, als die Censur hinwcg-zuwünschcn: denn da ihre Abschaffung gar nicht die Einführung der ab-soluten Prcßfrciheit bedeutet, so ist sie nichts anderes, als nur dieErsetzung einer anerkannten Spezialccnsurbehörde durch unbekannte undsachunkundigere Gerichts- und Polizeibehörden und eine Vertauschung derRuhe und Sicherheit, die Autor und Verleger in jedem Falle durch dieGarantie der Censur gewinnen, mit der ewigen Unruhe und Unsicherheit,ob das mit vielen Kosten hergestellte Buch nicht nachträglich unterdrücktwerde. Die Ccnsurbehörde, die Luden vorschlägt, soll eine für ganzDeutschland gemeinsame sein. Die Censoren, unverantwortlich, übersich keine andere Appellationsinstanz als ein Geschworenengericht ausetwa zehn Gelehrten, sind deutsche Censoren, vom gesamten deutschenVaterlande angestellt, im Geiste des gesamten deutschen Vaterlandeshandelnd, mit gleicher Liebe die einzelnen Stämme des gesamten deut-schen Vaterlandes beachtend. Ohne freien geistigen Verkehr: wie ist esmöglich, daß Ein Volk, als Einheit, ehrhaft und wehrhast, werde oderbestehe! So lange die getrennte Censur, und was davon abhängigist, die Uneinigkeit über die Werke des Geistes fortbesteht, so langewerden wir — wenn auch alle andern Hindernisse weggenommen würden— bleiben, was wir gewesen sind: „die ungcwordcne Nation".
Tiefe, aber leider allzu tiefe Weisheit. Wie hätte es der Buchhandelwagen können, dem Kongreß Vorschläge zu unterbreiten, die den Staat ausder Censur ausschalteten, um an seine Stelle die Edlen der Nation zusetzen? Ähnlich ist es mit Ludens Erörterungen über den Nachdruckbewandt. Er führte schön und treffend aus, daß die Notwendigkeit derAbstellung des Nachdrucks in der Idee des Volkstums wurzele, d. h. inden beiden Grundsätzen: erstens: es soll durch einen alle Volksgenossendurchdringenden freien geistigen Verkehr eine eigentümliche Volksbildungerzeugt werden; zweitens: jeder, der dafür lebt und wirkt, soll deshalb vonseinem Volke das erhalten, was er bedarf, um dies sein Wirken aufund für sein Volk auszuleben. Mit den saft- und kraftlosen Diskussionenüber Recht und Menschlichkeit des Nachdrucks muß aufgeräumt werden.Der Nachdruck ist ein „Frevel gegen Volk und Vaterland". Die über-triebenen Folgerungen, zu denen Luden dabei gelangte, und die seinenGrundsätzen häufig zu widerspreche» scheinen, erklären sich daraus, daß erden Ton auf den Umstand legte, daß, um dem Urgründe der Produktion