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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Perthes' Denkschrift vom Juli 1816.

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Wien, Berlin, Hamburg allenfalls nur entschädigen fürTages- undWochen-Pamphlets", die meist weder der Obrigkeit noch den UntertanenNutzen bringen,so lehrt die Noth dem deutschen Buchhandel von selbst,keinen Ort und keinen Stand, beym Vertrieb der Schriften unbeachtetzu lassen. Dadurch ist entstanden, daß wir eine allgemeine deutscheLittcratur haben, während Frankreich und auch England nur noch einePariser und Londoner haben. So geschieht, daß während in jenenLändern außer den Hauptstädten kein großer Schriftsteller mehr gedeiht,in Deutschland in Hunderten von Städten und Orten die herrlichstenGeistesblüthen und tiefsten Erforschungen entspringen; daß während manin London nur schwer Bücher aus Oxford, Cambridge und Edinburg findet, vergebens in Paris nach Büchern aus Bordeaux, Lyon undMontpellier fragt und sucht, in Deutschland an vielen Orten und nichtallein in Haupt- und Residenzstädten Buchhandlungen getroffen werden,in welchen, und durch welche man sich die Littcratur der ganzen ge-bildeten Welt zu eigen macheu kann."

Einheit der deutschen Littcratur zu erhalten und zu befördern, undAlles zu beseitigen, was diese stören und gefährden könnte", ist dereigentlichste Beruf" des deutschen Buchhandels. Er ist im Stande,ihn zu erfüllen, indem er einen allgemeinen Stapelort mit einer jähr-lichen Zusammenkunft aller Buchhändler, ein allgemeines halbjährlichesVerzeichnis der neuerscheinenden Bücher, allgemeine gute und richtigeBücherkataloge und andere litterarische Hilfsmittel, allgemeine die ganzeLittcratur umfassende kritische Institute besitzt. Andrerseits müssen anden Träger einer so großen Aufgabe die Forderungen gestellt werden:daß er für anständige Gestalt und guten Druck der Bücher, für ge-rechte und ehrenhafte Behandlung und Honorierung der Autoren sorgtund, sei es von Seiten der einzelnen oder vereinigter Buchhändler,alle Kräfte aufbietet, daß kein wissenschaftliches Unternehmen, welchenUmfang es auch habe, aus Mangel an Unterstützung unausgeführt bleibe;daß die Ladenpreise vom Verleger billig angesetzt und seitens der Sorti-menter nur mit mäßiger, vom Verleger zu bestimmender Erhöhungfür die Gegenden, wo zu weite Entfernung oder der Münzfuß es er-fordern durch alle deutschen Länder gleichmäßig eingehalten werden.

Soll der deutsche Buchhandel jenen Beruf erfüllen und diesenForderungen gerecht werden, so muß erals ein National-Gut und