156 3. Knpitel: Die Gründung des Börscnvcreins der Deutschen Buchhändler.
So blieb nur noch das Abrechnungsgcschäft. Das war nun bei weitemnoch nicht das reine und einfache Geschäft, wie wir es heute kennen.Damals sah man einen Fortschritt darin, daß der Mcßaufenthalt gegen-über dem 18. Jahrhundert von vier bis fünf Wochen auf zwei bis dreiWochen „abgekürzt" war. Zuerst waren die Remittenden zu besorgen:
Richtig fand ich denn auch hierRemittenden im Quartier,die, noch eh' ich angekommen,schon einstweilen Platz genommen.Aber, wer beschreibt mein Bangen,, kaum die Firma ausgehangen,wars als kam' das wilde Heerremittirend auf mich her. —„Steht Herr X. aus X. denn hinne?"tönt es unten, draußen, driuue,und kaum spricht man mir Herein,fliegt 's Packet auch hinterdrein. —Keuchend kömmts mit schweren Trittentappend Treppen aufgeschritten,pumps! hört man mit dumpfem Schallder Packcte hartcu Fall. —„Hier sind Nnm'ro Ens u. Viere,„Zwee stchn noch im Quartiere,„denn für eenmahl wer's zu schwer,„bring sc aber ooch gleich her."^
Daneben erledigte man die Auslieferung des eigenen Verlags und be-sonders der Neuigkeiten, denn die Kommissionäre ließen sich währendder Messe darauf nicht ein oder man ließ es sich auch selbst nichtnehmen. War man üblicher Weise am Ende der Böttcher- oder zuAnfang der Jubilatcwochc eingetroffen, so schützte man sich glücklich,wenn man am Mittwoch oder Donnerstag nach Jubilate, wo die Börseeröffnet wurde, mit dem Auspacken nnd Eintragen der Remittcndenfertig und zur Abrechnung gerüstet war. Nun gings in die Börse,zur Abrechnung mit den Auswärtigen. Die Rechnungen wurden seitBegründung der Börsencinrichtung allgemein zwischen Januar undOstern geordnet, sodaß es nur noch des Abschlicßens bedurfte: „worinnman denn auch", schreibt Perthes 1824, „so geläufig geworden ist, daß