Gründung des Börsenvereins.
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Borstand hat am zweiten Meßsonntage jedes Jahres in öffentlicherVersammlung im Börsenlokal einen Rechenschaftsbericht abzulegen, all-gemeine Beschlüsse der Gesamtheit zur Sanktion vorzulegen und Vor-schläge anzuhören und sie der Debatte zu unterstellen. Die dreiVorstandsmitglieder bleiben zunächst bis zu Jubilate 1828 im Amte.Bon da ab scheidet jährlich eins derselben aus und wird durch ein aufdrei Jahre neu gewähltes ersetzt.
Am 30. April 1825 wurde die neue Börsenordnung neben 6Leipzigern (worunter sich keiner der drei Deputierten befand) von93 auswärtigen Firmen unterschrieben. Berlin und Halle im Norden,Wien und Frankfurt a. M. im Süden stellten die stärkste Mit-gliederzahl. Die Städte Bremen, Schleswig, Stralsund , Königs-berg, Breslau, Kaschau, Wien, München, Straßburg, Mainz, Köln bezeichnen die Grenzen des Gebietes des neuen Vereins, dem 70 Buch-händler aus 32 nord- und ostdeutschen, 29 aus 17 süd- und west-deutschen Städten angehörten. Der erste Vorstand bestand aus denbereits oben bezeichneten Männern, und zwar so, daß Campe das Amtdes Vorstehers bekleidete, Schräg und Reinherz als Schriftführerfungierten (von 1828 ab wurde nur ein Schriftführer gewühlt) undVoigt Kasscnführer war, während Horvath, der Mann der vorbereitendenVergangenheit, dem in der Person Campes der Bund der Zukunft beifestlichem Mahle (23. Mai) zum Zeichen des Dankes und der Aner-kennung einen silbernen Pokal überreichte, als permanenter Ehrenvor-steher geführt wurde, eine Stellung, aus der Horvath nach Verlauf einesAnstandsjahres freiwillig auszuscheiden für gut befand. Nachdem Horvathdazu gedient hatte, die Thatsache der Errichtung des neuen Vereins aufder Grundlage des Abrechnungsverkehrs Ker auswärtigen Buchhändlerin Leipzig mit aller Deutlichkeit zu betonen, löste sich der deutsche Buch-hündlcrbund der neuen Zeit von den Traditionen, die im übrigen mitdem Namen Horvath verbunden waren, ebenso, wie er sich gelöst hattevon dem Geiste der Neformpolitik, namentlich auf dem Gebiete desinncrn Geschäftsverkehrs, des von den Leipziger Deputierten beherrschtenWahlausschusses."'