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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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190 5. Kapitel: Der Börscnvcrein bis z, Abschluß seiner ersten Entwickelnngsperiode.

auf lange hin von der von ihnen bespöttelten Börse zurückgezogen, sichder gesellschaftlichen Einigung der Auswärtigen entzogen hatten: ihnengerade sollte jetzt der Börscnvcrein die wesentlichste Forderung dieserseiner Interessen zu verdanken haben.

Es hing und ging das zusammen mit wesentlichen Veränderungeninnerhalb der Organisation des Leipziger Buchhandels selbst. DieDeputirten des Leipziger Buchhandels" waren auch in den letztenJahren, und gerade da, gewiß nicht müßig gewesen. Sie bewirkten, daßbei der Einführung des neuen Accise-Tarifs der Eingangszoll für denCentner Bücher von 8 auf 4 Groschen, für den Centner Kupfersticheund Landkarten von 2 Nthlrn. 12 Groschen auf 1 Rthlr. herabgesetztwurde und Büchern beigepackte Kupferstiche und Landkarten nur denBüchcrzoll zahlten; sie wurden im Jahre 1828 wiederholt vorstelligwegen derNachdrucke" des Bibliographischen Instituts iu Gotha,kamen 1829 um Milderung der sächsischen Censur ein und ersuchten imJanuar 1830 um Abschluß von Vertrügen gegen den Nachdruck mit deneinzelnen deutschem Staaten, und nach einem Schreiben Kummers aus demHerbst 1830 war esdas Werk" der Deputierten, daß, Württembergausgenommen,mit allen deutschen Staaten ein Vertrag wegen Nachdruckgeschlossen" und in Österreich nichts mehr nachgedruckt werden durfte.

Aber denuoch: es war eine Vertretung, die in ihrer formlos-patriarchalischen Art der Zeit nicht mehr entsprach; die steigende Zahlder Firmen, ihre Abhängigkeit vom, ihr Einfluß auf den gesamten deut-schen Buchhandel, der selbst aus alten Verhältnissen herausgetreten war,verlangte eine zahlreichere und eine offenere Vertretung mit statutarischgeregelter Thätigkcit. Und in demselben Jahre, in dem in Sachsen dieKonstitution erteilt wurde, bewirkte eine Gruppe Leipziger Buchhändlerunter der Führung von Leopold Voß die Ersetzung derDeputierten desLeipziger Buchhandels", wie dieser als selbstverständliche und doch un-organisierte Gesamtheit bis dahin von jenen vertreten worden war,durch einenVerein der Buchhändler zu Leipzig " mit regelmäßig wech-selnden Deputierten, dessen Statuten vom 10. Dezember 1832 datiertsind, und der sich diesen gemäß im Februar 1833 konstituierte. DerVerein nahm nicht nur Buchhändler, sondern auch Musikalienhändlerund, sofern sie als solche Verlagsgeschäfte betrieben, Landkartcnhündlcrauf. Die Zahl der Deputierten betrug sieben; wenigstens einer von