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ihnen mußte Musikalienhändler sein, und neben den außerordentlichenmußten regelmäßige ordentliche Sitzungen abgehalten werden. DerLeipziger Buchhandel, sageu die Statuten, hat mit dem gesamten deut-scheu „ein untrennbares Interesse"; der Zweck des Vereins ist deshalbzugleich ein allgemeiner und bezweckt die Förderung des Nutzens wieder Leipziger, so der auswärtigen, in Leipzig Geschäfte treibenden Buch-händler. Die gemeinsamen Angelegenheiten des Vereins, heißt es ferner,betreffen die „öffentlichen Anstalten und Einrichtungen, welche auf denBetrieb des Buchhandels von Einfluß sind".
Im Oktober 1830 hatte die achtgliedrige Leopold Voßschc Gruppeden Anstoß zur Ncnordnung der Leipziger Buchhandelsvertretung ge-geben, und im Januar 1831 hatten die Leipziger Buchhändler zu dendrei alten Deputierten Knmmer, Vogel und Barth neun Vertreter ge-wählt (A. Rost, Fricdr. Fleischer, C. Cnobloch, Friedr. Brockhaus, Will).Härtel, C. Eh. Kirbach, L. Voß, E. F. Steinacker und I. G. Mittler),die mit jenen zusammen das Komitee bildeten, das die Neuordnung derLeipziger Buchhandelsvertretung ausgearbeitet hatte. Es war dasKomitee, von dem auch der Leipziger Entwurf des Börsenvcreins-Statutsausgegangen war, das die Veranlassung zu jenen bittern Äußerungender beidcu Perthes (im März 1831) über die Leipziger und ihrer feier-lichen Verwahrung eines je möglichen Eintritts eines Leipzigers in denBörscnvorstand gewesen war. Das war gleichsam der Drehpunkt derWendung, die wir hier verfolgen. Schon im Jahre 1826 hatte derBörsenvercin den Bau einer eigenen Buchhändlerbörse in Aussicht ge-nommen: kein Wnnder bei dem Zustande des theologischen Auditoriumsim alten Paulinum, eines langen Saales, der nur an einer Längs-seite (die andere stieß an den Kreuzgang) Fenster hatte und die Zahlder Abrechnenden nicht mehr fassen wollte. Es waren die Leipziger Deputierten, die hier zunächst einige Hilfe gebracht hatten; im Früh-jahr 1830 wurde das theologische Auditorium auf ihre Verwendungdurch Einbeziehung des Universitätskonziliums erweitert. Wenn Gegen-sätze hart aufeinanderprallen, dann klären sie sich auch, wenn sie sichzu klären geeignet sind. Es war für die Leipziger nicht schwer, deutlichzu machen, daß sie grundsätzlich der Anteilnahme und Beförderung desAbrechnungswesens ja durchaus uicht entgegen seien, noch entgegen seinkönnten, daß aber besonders für die großen Leipziger Kommissionäre