192 5. Kapitel: Der Börseiwerein bis z, Abschluß seiner ersten Entwickelungspcriode.
die Abrechnung im Paulinum (wohin ja auch die Abrechnungsbllchernoch geschafft wurden) mit großen Schwierigkeiten verbunden sei. Undwie es den Perthesschen Anschauungen nach der einen Richtung hinentsprach, daß die Leipziger, statt weiterhin unmittelbar iu die Herr-schaftssphäre des Börsenvereins eindringen zu wollen, sich in einer derZeit entsprechenden Weise in sich selbst zusammenschlössen, so hörte manauch von vielversprechenden Absichten, mit denen der neue Verein inHinsicht der Börsensache sich trug. Ein rascher und scharfer Umschlagdenn: Friedrich Perthes in Person war es, der noch für Jubilate 1831einen der drei ehemaligen Leipziger Deputierten, Wilhelm AmbrosiusBarth , zum Vorsteher des Börscnvereins vorschlug, und der Leipzigerwurde gewählt. Die Statuten des „Vereins der Buchhändler zu Leipzig "aber sahen in H 67 die Errichtung eines Börsengcbäudes für den LeipzigerBuchhandel vor. Friedrich Fleischer, der, geboren im Jahre 1794, mitAusnahme des Jahrfünfts 1846/51 von der Begründung des Vereinsan (1833) bis zu seinem Tode (1863) dessen Vorsitzender war, unddessen Bildnis heute von der Wand des deutschen Buchhändlersaals zuLeipzig auf die Nachgeborenen herabschaut, faßte den Gedanken, sie so-gleich mit dem Börsenverein gemeinsam als allgemeine deutsche Buch-händlcrbörse ins Leben zu rufen. Das Verhältnis zwischen beidenKörperschaften wurde (Ostermcsse 1833 und 1834) so geregelt, daß derLeipziger Buchhandel gegen eine jährliche Gcldleistung das Recht derMitbenutzung der Börse während des ganzen Jahres erhielt. Das Bau-kapital betrug 35000 Thaler und wurde in dreiprozcntigen Aktien auf-gebracht, neben einer Unterstützung seitens der sächsischen Regierung durcheinen jährlichen Beitrag von 750 Thalern bis zur Tilgung der Aktien.Und mit Beginn desselben Jahres 1834, mit dem der Bau der deut-schen Buchhändlerbörse endgültig gesichert war, begann das deutscheBörsenblatt („Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel und für diemit ihm verwandten Geschäftszweige") zu erscheinen. Ein Umstand, nichtvon unwesentlicher Bedeutung. Denn zwei geschichtliche Linien vereinigensich in ihm: die der Fachpresse und die der periodischen Bibliographie.Was die erstere betrifft, so bestand damals nach den Anfängen desReichschen und nachreichschen Zeitalters und Bertuchs „Allgemeinemtypographischen Monatsbericht für Teutschland zum BeHufe aller An-kündigungen, Anzeigen und Notizen des teutschen Buch- und Kunst-