Beschluß des Blirscnbaues. Begründung des Börsenblatts. 19Z
Handels" (1811—1830) nur das von Joh. Christ. Krieger begründete„Wochenblatt für Buchhändler, Antiquare, Musik- und Disputenhändler"(1820—1837), ein Blatt, das als Privatuntenehmen und abseits buch-händtcrischcn Centralverkehrs in Marburg erschien und zu fast allgemeinemUnwillen des Buchhandels — in ihm hatte auch Horvath seine giftigenPfeile gegen eine allgemeine Interessenvertretung versandt, die zu ihrenHauptaufgaben den Kampf gegen Nachdruck und Schleuderet zählte, —eine sehr wenig würdige Vertretung der buchhändlcrischen Interessen dar-stellte. Was die periodische Bibliographie betraf, so war man noch immerauf die Halbjahrskataloge, den Meßkatalog und den Hinrichsschen Halb-jahrskatalog, angewiesen: das jetzt, wo Vcrlagsprodnktion und Bllcher-verkehr längst über die Halbjahrspfähle der Messen hinausgewachsen waren.Ersatz des „Disputcn-Hündlers", Begründung eines allgemeinen periodi-schen Novitätenverzeichnisses: das waren die beiden Punkte, auf Grundderen man seit Beginn der zwanziger Jahre ein „Allgemeines Buch-händler-Börsenblatt" forderte, und für das schon G. F. Heyer (Vater) inGießen 1822 weiter in Aussicht nahm: der Ertrag ist Eigentum desBorscnfonds, ein Leipziger Aufsichtsrat entscheidet Streitsragen und sorgtfür „Bewahrung des Auslandes in den Aussätzen", das Blatt erhaltennur Börsenmitgliedcr. Friedrich und Wilhelm Perthes , Friedrich Campeund Wilhelm Ambrosius Barth waren, vom Jahre 1824 an, die Haupt-sördcrcr des Gedankens, der zu Jubilate 1832 zum Beschluß erhobenwurde. Als aber seine Ausführung auf sich warten ließ, nahmen, angeregtvon Otto August Schulz, der damals bei F. A. Brockhaus mit derHerausgabc des Heinsiusschcn Bücher-Lerikons beschäftigt war, die Depu-tierten des Buchhandels zu Leipzig die Sache in die Hand, und von ihnenherausgegeben, redigiert von Otto August Schulz, erschien am 3. Januar1834, eingeleitet von keinem andern als Friedrich Perthes , die ersteNummer des zunächst wöchentlich, vom Jahre 1837 ab zweimal wöchent-lich erscheinenden Blattes, das, bestehend bis zum heutigen Tage, dasZeitalter der neuen buchhändlcrischen Fachpresse eröffnete. Es veröffent-lichte die „amtlichen Bekanntmachungen" des Vereins, brachte geschäft-liche Anzeigen, und zwar hierunter von der fünften Nummer (31. Januar1834) an den Abdruck der „Neuigkeiten in Leipzig angekommen undmitgctheilt von der I. C. Hinrichsschen Buchhandlung", und gab littc--rarischc und persönliche Notizen. Schon mit dem Jahrgang 1835 ging,
Geschichte des Deutschen Buchhandels. IV. 13