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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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194 ». Kapitel: Der Börsenverein bis z. Abschluß seiner ersten Entwickelungsperiode.

das Blatt an den Börsenverein der Deutschen Buchhändler über, zu-nächst noch unter Wahrung der Oberleitung und Beaufsichtigung derRedaktion und Erpedition (Kommission) durch die Deputierten des Buch-handels zu Leipzig , bis dann im Jahre 1845 die Verbindung des Blattesmit der Leipziger Deputation gänzlich gelöst wurde.

Am 26. Oktober 1834 wurde der Grundstein zur Buchhändlerbörsegelegt. Wie versetzt es uns in jene alten Zeiten zurück, wenn wir im Geisteden feierlichen Zug der Buchhändler vor uns sehen, der sich unter denKlängen mehrerer Musikchöre vom Börsensaale im Paulinum nach demBauplatze an der Ritterstraße bewegte, geleitet von 26Marschällen ", diemit Schürpen in den Farben der deutschen Landesfarben geschmückt waren.

O! sieh herab auf unser Thun,

Laß dir es Wohlgefallen

Und deinen Segen darauf rnh'n!

Dir wcih'n wir diese Hallen,

Daß unter deinem Schutz und Hort

Das Reich des Wissens fort und fort

In Fried' und Eintracht wachse.

So hieß es in dem Liede, das zur Eröffnung der Feier gesungen wurde.Die erste Ansprache hielt Friedrich Fleischer.Eine deutsche Buchhändler-börse soll, so Gottes Wille nicht entgegen ist, auf diesem Platze sich erheben.Daß aber eine solche Bedürfnis geworden, ist ein fröhliches Zeichen deslebendigen Aufschwunges, welchen wissenschaftlicher Verkehr in unserm Jahr-hunderte, namentlich in unserm Vaterlande, genommen hat." Als fünfterRedner sprach, nach den Vertretern der Negierung und der beiden Kam-mern, der Rektor der Universität Leipzig , Professor Dr. Haase. In folgen-den, seine drei Hammerschläge begleitenden Worten klang seine Rede aus:

Wie hier auf dem bisherigen Grunde und Boden der Landes-Universität, als der Pflegerin der Wissenschaft und Kunst, nach kurzer Zeitdie allgemeine deutsche Buchhändler-Börse in Pracht und Festigkeit stehenwird, ebenso' fest wurzele und stehe bis auf die späteste Zeit in unver-welklicher Blüte der deutsche Buchhandel auf dem festen Grunde und demsichern Boden deutschen Fleißes, wahrer, ächter Wissenschaft und Kunst!

Mögen alle Hoffnungen, die sich im gesamten deutschen Vaterlandeund in unsrer Stadt an das neue Gebäude knüpfen, in die reichlichsteErfüllung gehen!