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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Pfennigmagazin.

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dieAllgemeine Preußische Staatszeitung", 1828 die Breslauer Zeitung,1829 die Magdeburgische und die Kölnische; 1830 folgte der Ham-burgischc Correspondent, 1831 die neugegründete Deutsche National-Zeitung in Braunschweig , 1835 die Hallesche Zeitung. Formatvergröße-rungcn wurden vorgenommen; dieDeutsche National-Zeitung" ging 1831zum Folio, 1832 zum Großfolio, derHamburgische unparteiische Cor-respondent" 1836 zum Großquart über, auch dieHallesche" vergrößerte1834 ihr Format. Welche denkwürdigen Fortschritte auf technischemGebiet: Einführung der Schnellpresse, Beginn lithographischer Zeitungs-Korrespondenzen (1830), Anfänge der telegraphischen Nachrichtenvermit-telung! Preußen hatte im Jahre 1840 schon 349 Blätter, darunter41 politische, Sachsen 94. Die Geschichte der Kölnischen Zeituug istbezeichnend für den Fortschritt des Zeitungswesens in den 1830erJahren: Ende 1832 Vergrößerung des Formats und Beginn des Er-scheinens auch Sonntags, Anfang 1833 Einführung der Schnellpresse,1838 Einrichtung eines Feuilletons für wissenschaftliche und schönwissen-schastliche Littcratur, des ersten in Deutschland .

Auch in der Welt der Journale, wiewohl das Jahr des Ablaufsder Herrschaft der alten Untcrhaltuugsblatter und des Beginns dermodernen politischen Presse überhaupt noch nicht das Jahr 1830, sondernerst das Jahr 1848 ist, spielte dienationale Sache" und dieStellungder Gesellschaft" von jetzt ab eine ganz andere Rolle als vordem. DieGutzkow, Laube, Mündt, Rüge, Duller traten auf; die Männer, indenen, mit Mündt zu reden,der Zeitgeist zuckte, dröhnte, zog, wirbelte,hambacherte". Für die Entwicklungsgeschichte des Büchermarktes wichtigeraber waren andere Erscheinungen auf dem Gebiete des Zcitschriften-wesens. Das Jahr 1833 brachte dasPfennigmagazin". Das Bild,der Holzschnitt fruchtbar gemacht für eine Zeitschrift bequem unterhaltenderBelehrung; Bild, Wort und Preis zugeschnitten auf die breiteste Volks-masse: darin lag seine geschichtliche Bedeutung und das Geheimnis seinesaußerordentlichen Erfolgs. Der Gedanke der Pfennigzeitschrist stammte ausAmerika; in England wurde er verwirklicht als Werkzeug der Bildungder untern Volksklassen, bereichert um die Beigabe von Holzschnitten.Wöchentlich erscheinend, die Nummer zu 1 Pennh, gewann das Blatteine Verbreitung wie kein anderes Journal uud keine Zeitung. DerFunke sprang auf Frankreich über (Pariser Pfennigmagazin). Eine

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