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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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6, Kapitel: Büchermarkt und Buchgewerbe 18141840.

für einzelne Jahre das musikalische Gebiet ganz fehlt oder nur mitMusikbüchern" (mit Ausschluß dereigentlichen Musikalien") vertretenist. Für Landkarten und Kupferstiche gelten die Ziffern 2,o, 4,s, 1,uProcent. Mathematik (2,.,, 2,s, 2,t Procent) und Schauspiel (2,8, 2,4,2,s Procent) können als konstant gelten.

Die Zeit wird sachlicher. Sie drängt nach der Wirklichkeit, derErschließung und dem Besitz der Wirklichkeit. Die dreißiger Jahre unddie erste Hälfte der vierziger waren die Zeit des Rückganges und Endesder Taschenbücher und des Aufstrebens stärker» politischen Geistes inBroschüre, Buch, Zeitschrift und Zeitung. Ist das bezeichnend für dieRichtung gleichsam vou verträumter Unterhaltung zum Ernst an dieumgebende Wirklichkeit sich richtender Forderungen, so zeigt es zugleich,wie die Richtung auf die Sache gleichzeitig die Steigerung der Lebhaftig-keit des Jdecnumschwungcs ist. Ganz dieselbe Wandlung bahnt sich inder Technik an. Im Jahre 1827 erschien ein neues Handbuch derBuchdruckcrkunst, verfaßt von Benjamin Krebs, Teilhaber der 1816 ge-gründeten Andräschen Buchhandlung, Buchdruckern und Schriftgießereiin Frankfurt a. M; im Jahre 1834 begründete der BuchdruckcreibesitzerDr. Joh. Heinr. Meyer in Braunschweig das bis zum Jahre 1871 vonihm selbst redigierteJournal für Buchdruckerkunst", lange Zeit das einzigetypographische Fachbtatt für Deutschland und noch heute bestehend. Beide,Handbuch und Journal, bezeichnen in der typographischen Littcratur denBeginn des neuen Zeitalters der Technik: das Handbuch machte dieFachwelt bekannt mit den Fortschritten der Kunst in England , nament-lich mit der Buchstabcnberechnuug, dem Diootschcu Kegel und der Schnell-presse; das Journal wurde begründet, weil nun die Buchdruckerkuusteines Organs bedürfe, das die Fachwelt fortlaufend mit allen ein-schlägigen Erfindungen und Verbesserungen bekannt machte, vou denennoch manche andere, für die Zukunft höchst bedeutsame in die dreißigerJahre fielen: so die Erfindung der Gießmaschine, die Erfindung derGalvanoplastik. Das Kunst- und Gewerbcblatt des polytechnischen Ver-eins für das Königreich Bayern schildert im Jahre 1820 (Nr. 56) dieerste in Deutschland in Berlin im Jahre 1818 aufgestellte Papier -Dampfmaschine,welche das ganze Werk in Bewegung setzt, und dieLumpen reinigt, zerstückt, zermalmt, wäscht, leimt, kurz das ihr anver-traute Gut auf die ganzen Veredelungswcge begleitet und es aus einem