Geistiger und technischer Fortschritt. Ausstattung.
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Bchättniß in das andere befördert, bis es vermittelst der durch einezweite kleinere Dampfmaschine getriebenen, eigentlichen Papiermaschine, ineiner endlosen Länge als fertiges Papier auf die Haspel lauft". Bis1834 lief das Patent; 1837 hatte Preußen neben 722 Bütten schon22 Maschinen. In Sachsen wurde die erste Maschine 1824 aufgestellt(Sebnitz ), im Jahre 1840 hatte cS neben 60 Bütten 4 Maschinen.In Süddcutschland wurden die ersten Papiermaschinen 1825 in Ganggesetzt (Hcilbronn); im Jahre 1839 hatte Württemberg neben 50 Hand-papicr- 10 Maschinenpapicrfabriken, im Jahre 1842 nur noch 38 Papier-mühlen mit einem Betriebskapital von 70000 Gulden und 170 Arbei-tern gegen 12 Fabriken für endloses Papier mit 17 Maschinen, 350Gulden Betriebskapital und 850 Arbeitern. Beim Schöpfen mit derHand konnten aus einer Bütte täglich 60 bis 100 Pfund Papier ver-fertigt werden; eine Maschine verfertigte täglich 600—1000 PfundPapier; die Herstellung war verciufacht und beschleunigt, das Erzeugniswurde besser und preiswürdigcr. Welcher starke Aufschwung so nachInhalt und Ausdehnung, wenn wir dazunehmcn, daß bis zum Jahre1829 in Deutschland durchschnittlich im Jahre höchstens siebzehn, imJahre 1830 aber plötzlich scchsunddrcißig, im Jahre 1840 neunuud-funfzig neue Buchdruckcrcicn entstanden!
Das Werkzeug, wie es Erzeugnis und Hebel stcigcudcu Bedarfsuud stcigcudcr Unternehmung war, begann selbstthntg einzugreifen auchin der Bewegung einer allmählichen Vervollkommnung des durchschnitt-lichen Buchäußcrcn, wie sie nach den Befreiungskriegen sich bemerkbarzu machen beginnt. Heinrich Ludwig Brönncr in Frankfurt (gest. 1856),von dem der spätere Börsenvorstchcr Moritz Veit in den fünfziger Jahrenrühmte, daß er in der genannten Zeit damit vorangegangen sei, „dengraugclbcn Hausrock, in dem unsere Litteratur damals beguem und 'ge-müthlich cinhcrging, mit einem edleren Gewände zu vertauschen, das auchvor dem Auslände sich sehen lassen durfte", Friedrich Vicweg in Braun-schweig (gest. 1835), C. F. Amelang und die beiden Gründer der FirmaDunckcr ^ Humblot (gegr. 1809) in Berlin, Ernst Fleischer in Leipzig (gest. 1832) wurden von den Zeitgenossen als hervorragende Beispielejener Bewegung genannt, für die nun mit den dreißiger Jahren eine neuePeriode begann, als das Druckpapier durchschnittlich besser und billigerund damit das Buch ein Buch mit weißerem und feinerem Papier — an