224 6. Kapitel: Büchermarkt und Buchgewerbe 1814—1848.
dem man freilich zunächst noch die Handfestigkeit des bessern Papiers derBüttcnzeit vermißte — und damit zugleich mit schärferem Druck wurde.
Die Schnellpresse begann einigermaßen vorzurücken; 1830 wurdedie erste in Österreich aufgestellt, von der Wagnerschen Univcrsitätsbuch-handlung und -Buchdruckern in Innsbruck ; in Rcgcnsburg wurde dieerste Dampfmaschine 1833, in Frankfurt a. M. 1835, in Würzburg 1836aufgestellt.
Zugleich meldete sich damals auch der Farbendruck, Zweifarbendruck,damals nach seinem englischen Erfinder Eongrevc-Druck genannt und beiuns zuerst 1827 durch Hänel in Magdeburg eingeführt.
Wenn man eine Geschichte der Popularisierung der Wissenschaftenschreiben wollte, so würde man wahrscheinlich den Beginn einer solchenPopularisierung im modernen Sinne in den 1830er Jahren finden;und wie man, an den Standort der dreißiger Jahre sich gestellt den-kend, hier zuerst nach dieser Richtung unmittelbar an Verhältnisse derGegenwart erinnert wird, so würde umgekehrt einer der wesentlichstenFaktoren dieser Fortschritte weit über das 18. Jahrhundert zurück bisin die große Zeit der deutschen Renaissance tragen- der Holzschnitt.Der Holzschnitt wurde aus der großen Bühne geführt als Partner derBuchdruckerpresse, er feierte seine Auferstehung, als sich die Räder derMaschincnpresse zu drehen begannen. Dort Johann Gutenbcrg und Al-brecht Dürer, hier Friedrich König und Ludwig Richter . Neben dem nenerstandenen Holzschnitt stand die neue Erfindung der Lithographie. 1833gründete F. Hanfstaengl , der erste bedeutende Porträtlithograph, seinelithographische Anstalt in München . Was bedeutete nicht weit über dasGebiet der periodischen und encyklopädischcn Litteratur hinaus die Ver-vollkommnung des Holzschnitts, der Stahlstich, der, von England zu unsherübergctragen, etwa 5000 Abdrücke gestattete, und die billige Litho-graphie! Denken wir an ein Gebiet, in dem die Illustration eine sowesentliche Rolle spielt wie in der Jugendliteratur. Hier war es be-sonders die Lithographie, die den buchgewerblichen Fortschritt bewirkte.In Norddcutschland treten Winkclmann Söhne in Berlin in denVordergrund; in Wien verlegte H. F. Müller die ersten guten deutschenBilderbücher. Im Jahre 1831 gründete in Eßlingen der LithographJohann Ferdinand Schreiber seine Kunst- und Verlagsanstalt, der er dieAufgabe stellte, der Dürftigkeit des bildlichen Lehrmaterials für Schule