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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Holzschnitt, Lithographie, Stahlstich.

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und Volk abzuhelfen; erinnern wir nur au seineEßliugcr Bilder zumAuschauuugs-Untcrricht für die Jugend" (1835), die mit andern etwagleichzeitig bei ihm erscheinenden Publikationen die Ansänge des Schul-wandbildcs verkörpern; noch war die (5hromo-Lithographie unbekannt, aberdie Bilder waren doch nicht mehr einzeln aus freier Hand bemalt, sondernmit Wasserfarben durch Schablonen koloriert. Ist es endlich nicht dieLithographie gewesen, die, durch die vermittelnde Hand des Buchhändlers,die Wände unserer kleinen Bürgerhäuser, ja der Bauernhäuser mitKuustblättcru geschmückt hat? Der Holzschnitt brachte ein neues Zeit-alter des VolkskalcndcrS, rcpräsenticrbar durch Gubitz'Deutschen Volks-kalcndcr" (1833 fg.), den F. W. Gubitz, Inhaber der Vcrciusbuchhand-lung in Berlin , selbst mit volkstümlichen Aufsätzen uud mit seineueigenen Holzschnitten versah. In der Nolle, die der Holzschnitt inwohlfeilen illustrierten Blättern und in Bilderbuch uud Kalender,Kinder- und Bolksschrift, überhaupt als Mittel uud Werkzeug zu spielcubegann, durch das breitere Volkslreisc, die sonst geistigen Interessenfcrncrgcstandcn hatten, herangezogen wurden, lag wohl zweifellos seineeigentümlichste Bedeutung in der Geschichte unseres Volkslebens. Diebuchgewcrblichc Bedeutung der neu erblühenden graphischen Künste er-streckte sich aber weiter und drang rasch auch auf das Gebiet namentlichder Belletristik und der Nciscschildcrungcn vor. In Süddcutschland er-schienen bei Scheible, Ricger ^ Sattler einer Vergesellschaftung, dieauf den regsamen Gottlob Franckh zurückging, der sie vom Gefängnisauf dem Hohcnaspcrg aus gegründet hatte die damals berühmtenPforzhcimcr illustrierten Ausgaben (1837 fg. Tausend uud eine Nacht,Holzschnitte von F. Groß), bei Georg Wigand in Leipzig das Stahlstich-wcrk desMalerischen und romantischen Deutschlands ", das für eine ganzeLittcraturgattung zum Vorbild wurde. In Leipzig ging I. I. Webermit Laurents Geschichte Napoleons , illustriert von Horace Vcrnct, 1839,vom Stahlstich zum Holzschnitt über, und im Jahre 1840 erschien beiihm Kuglcrs Geschichte Friedrichs des Großen mit Holzschnitten vonAdolph Menzel : das Werk, das in der Geschichte des deutschen Jllu-strationÖwcscns für immer unvergeßlich ist.

Nach wie vielen weiteren Richtungen aber, Richtungen der Bil-dungsbestrebungeu, des Mobilwcrdens kapitalistischer Kräfte, des Auf-tretens gewisser Modcströmuugcii, der Vcrtricbsart der Bücher, traten in

Geschichte des Deutschen Buchhandels. IV. 15