Siebentes Kapitel.Von der Säkularfeier bis zu den Märztagen.
(1840—1848.)
Denkschrift des Börscnvereins über die literarischen Rechtsverhältnisse. VorläufigerAbschluß der Urhcbcrrcchtsgesctzgebung. Censur und Preßaufsicht iu den dreißigerJahren. Vicrhundcrtjahrfcier der Erfindung der Buchdruckerkuust. Denkschriftdes Börscnvereins über Censur nnd Preßfreihcit. Censur und Preßaufsicht inden vierziger Jahren. Fortschritte des Buchgewerbes und des Büchermarkts.
Aufhebung der Censur.
Die Schwung- und Triebkraft, die den Einzelnen und ganze Völlererfüllt, erwächst nicht nur aus dem, was sie besitzen, verwalten undbeherrschen, sondern — und vielleicht mehr noch? — aus der Vor-stellung dessen, was sie entbehren, den Ideen, deren Erfüllung sie er-sehnen, und die Herrschaft solcher Vorstellungen und Ideen ist es, die demGanzen einer Zeit Ton und Farbe der Tiefe und des Adels verleiht.
Als die buchhündlerisch-littcrarische Welt im Jahre 1840 mitstolzer Gcnugthuung auf die Fortschritte zurückblickte, die sich im viertenJahrhundert seit Erfindung der Buchdruckerkunst in Littcratur und Buch-gewerbe vollzogen hatten, waren es die großen Zeitidcen der Freiheit undEinheit, die auch der buchgcwcrblichen Feier Tiefe und Schwnng er-teilten. Freiheit und Einheit aber von der buchhändlerischen Seite ausgesehen, bedeutete einmal: Preßfreihcit. „Warum haben nur die Deutschendas Jubelfest der Presse gefeiert?" fragte damals die ^orkiM (Zvmrtei^lisviev. Und sie gab zur Antwort: „Weil die Nation sich die vollenWohlthaten der Presse erst noch zu erkämpfen hat, die man in Eng-land und Frankreich , in ihrem freien Besitze, wie Licht und Wärmeder Sonne hinnimmt, ohne sich an die Wichtigkeit des Besitzes zuerinnern". Nach einer Herrschaft präventiver Censur von Jahrhunderten,nach dem vollendeten Auseinanderklaffen der Welt der Bevormundung