340 !>. Kapitel: Weitercntwickelimg des Gcschäftswcscns. 181S—1867.
langten ?ceuigkcitsscndung, das wir schon in den Jahren um 1800 be-merkten. Ein Beispiel nur dafür aus den Jahren nach der Fremd-herrschaft: eine „Ergebenste Bitte an meist junge Hrn Collegen", dieK. F. Koehler 1823 in „Kriegers Wochenblatt" (Nr. 28) einrücken ließ.Er habe sich die Zusendung für ihn „meist ganz unbrauchbarer Novi-täten" nun schon „mehrere Jahre hindurch" verbeten, das Unwesen wolleaber gar nicht aufhören; im Jahre 1822 sei er wieder schwer damitheimgesucht worden, noch dazu „meist mit gebundenen und brochirten"Exemplaren und „viel Localitätcn". Er bitte dringend, ihn damit zuverschonen; er werde, was er „als alter Buchhändler zu brauchen ge-denke", sich selber zu verschreiben wissen. In den Buchhändlervcrzeich-uissen schon der 1820er Jahre ist die Zahl der Handlungen, die sich„alle unverlangten Zusendungen verbitten", ebenso groß wie die Zahlderjenigen, welche „Novitäten annehmen", für das Jahr 1823 z. B.beträgt die Anzahl der crstcren 311 und die der letzteren 310. Jemehr die Jahre ins Land gingen, desto mehr nahm diese Bewegung zu.„Keine Novasendungen", verlangte Otto Wigand in Leipzig 1839 vomVerleger, „Verweigerung der Annahme unverlangter Novitäten" vomSortimenter; ebenso F. Frommann in Jena 1847: gänzliche Abschaffungder unverlangten Zusendung von Novitäten.
Für die eigene Auswahl war der Sortimcnter im Anfang an denMeßkatalog gebunden, und er konnte, wenn er auf jüngere Neuigkeitennicht grundsätzlich verzichten wollte, nur — wie z. B. Friedrich ArnoldBrockhaus in einem Cireular vom 24. April 1808 that — darumbitten, aus seiuer nach dem Meßkatalog von ihm selbst getroffenen Aus-wahl einen Maßstab für seine Bedürfnisse außer den Messen entnehmenzu wollen. Zu der abwehrenden Bewegung mußte deshalb ergänzendeine zweite treten, die eine stetige eigene Auswahl der 'Neuerscheinungenermöglichte. Sie bestand zunächst darin, daß sich rasch die Verwendungder Novitätenzettcl des Verlegers ausbreitete; in den zwanziger Jahrenwaren sie schon allgemein üblich. Dann aber wurde der wichtige Schrittzum allgemeinen periodischen Neuigkeitsanzeigcr gethan. Schon 1828gründete Chr. G. Ackermann in Dessau zur Erleichterung der Novitätcn-wahl ein Bibliographisches Wochenblatt, mit Voranzeigen der Verleger, dasaber bald wieder einging. Dafür trat nun das Börsenblatt auf den Plan,das sofort von Beginn seines Erscheinens an ein Verzeichnis der bei der