Abrechnung.
sich sonst noch an Sortimentern einfand. Am Montag nach Kantateerschienen aus der Börse die Kommissionäre. Von Mittwoch bis Sonn-abend der vorangehenden (Judikate-) Woche war die Börse für die Aus-wärtigen und für die Leipziger Nichtkommissionäre geöffnet.- eine Vor-Abrcchnnng, die den letzten Nest der persönlichen Abrechnung darstellte,deren Dauer nun schon mehr als genügend war, und von der manvoraussah, daß sie in absehbarer Zeit auf einen Tag zusammengeschrumpftund bald genug ganz verschwunden sein würde.
Umgekehrt aber war, und zwar ebenfalls gerade mit dem Jahre 1836,die Erledigung des infolge des steigenden Barvcrlehrs in immer aus-gedehnterem Maße zwischen den Messen sich abspielenden Zahlungsver-kehrs organisiert worden: das Börscnreglement des Vereins der Buch-händler zu Leipzig vom 25. Januar 1836 traf die Einrichtung, daß dieBörse auch außerhalb der Messe jeden Mittwoch, Nachmittags von 2 bis4 Uhr, für die Leipziger Kommissionäre zur Begleichung der in jeder Wocheeingegangenen Zahlungsaufträge, im übrigen zu persönlicher Besprechungüber gemeinsame und spezielle Angelegenheiten des Geschäfts und zuvertraulicher Mitteilung geöffnet war.
Hand in Hand damit gingen Vereinfachungen auf dem Gebiete derKontcnfiihrnng und der Münzrechnung. Mit Ansang der dreißiger Jahrebegann man die alte Zweiteilung der Konten in Ordinär und Nettoaufzugeben; als Merkjahr kann das Jahr 1832 dienen, an dessen 18. De-zember Th. Ch. Fr. Enslin in Berlin mitteilte, daß er zur Vereinfachungder Rechnung von nun ab nur noch in Netto rechnen werde. Und dievierziger Jahre brachten an Stelle der alten Rechnung des Thalers zu24 guten Groschen die neue des Thalers zu 30 Ncngroschcn. DenAnfang machten einzelne preußische Verleger im Jahre 1840; vom Jahre1842 ab brachte das Börsenblatt seine Novitätcnlistcn in Ncngroschcn;der Widerstand der Süddeutschen wurde durch eine Erklärung der nam-haftesten Stuttgarter Firmen vom Jahre 1845 gebrochen, von 1846 abin Neugroschcn zu rechnen. Einzelne Firmen hielten noch lange an deralten Weise fest, am längsten, bis 1860, Friedr. Vicwcg K Sohn inBraunschweig ; das Börsenblatt aber brachte schon Anfang 1846 eineListe von 536 Firmen, die sich für die Ncugroschenrcchnung erklärt hatten,und in der Ostermessc 1846 wurde zum ersten mal in Neugroschengerechnet und gezahlt.