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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Z46 S.Kapitel: Weitercntwickelung des Geschäftswesens. 18151367.

Dazu kamen entscheidende Fortschritte auf dem Gebiete der Ver-mittelung des laufenden schriftlichen Geschäftsverkehrs, die der Buch-handel ebenfalls dem Verein der Buchhändler zu Leipzig verdankte,namentlich dem rastlosen Wirken seines ersten Vorsitzenden FriedrichFleischer. Der Leipziger Verein hatte das Börsenblatt auf die Beinegestellt, er hatte 1836 den wöchentlichen Börsentag eingeführt. ImJahre 1842 trat nach Fleischers Plan die Leipziger Bcstcllanstalt fürBuchhändlcrpapiere ins Leben. Vor ihrer Begründung waren von denverschiedenen Kommissionären im ganzen 76 Markthclfcr und Laufburschen natürlich nicht ausschließlich damit beschäftigt worden, die Circu-lare, Rechnungs- und Bestellzettel u. s. w. auszutragen. Zeit ging damitverloren und mancher Zettel. Eine gewisse ökonomischere Gestaltungwar selbst auf jenem alten Boden schon im Wildwachs entstanden: einZettclaustausch zwischen den verschiedenen Austrägern teils auf offenerStraße, teils in derKleinen Börse", einer im Buchhändlerviertel (aufder Nikolaistraßc) gelegenen Wirtschaft, ökonomischer jedenfalls für deneinzelnen Markthclfcr hinsichtlich der Länge des von ihm zurückzulegendenWeges. Jetzt gab jeder Kommissionär seine Papiere an die neue Bestell-anstalt, und vier Leute besorgten hier die Geschäfte des Sortierensund, soweit die einzelnen Firmen nicht abholen ließen, des Aus-tragens. Ihr Heim hatte die Anstalt in der Buchhändlerbörsc; sieblieb hier bis zum Frühjahr 1877, um dann zunächst auf einige Jahrein die Lindcnstraße verlegt zu werden.

An der Handhabung der Spedition und der Auslieferung freilich,wie sehr auch die Bücherflut stieg, war grundsätzlich nichts zu verein-fachen; hier hieß es, die Arbeit und die Arbeiter vermehren. FriedrichVolckmar selbst gab im Jahre 1833 eineÜbersicht über die hiesigenCommissionsverhältnisse" und war der Verfasser des von den LeipzigerKommissionären verbreitetenMemorandums" vom Jahre 1846. ZurZeit derÜbersicht" geschah die Auslieferung zwei- bis dreimalmeist Montags und Donnerstags oder nur einmal wöchentlich, undwar eine Fuhre verpaßt, so bedeutete das oft eine Woche Versäumnis.Das Memorandum rechnet schon mit der Eisenbahn, und die Aus-lieferung geschah nun täglich oder einen Tag um den andern.

Nach dem alten System der Spesenberechnung bestanden die Leistungendes Kommittenten aus einem allgemeinen Kommissionshonorar und für