Zehntes Kapitel.
Die Refvrmbewegung bis zum Ausgang der sechziger Jahre.
Organisation als Nnpassungsform dcs Warencharakters an das nationale Milien.Auflösende Kräfte: vorübergehende Übergangs- und triscnvcrursachende Dauer-erscheinungen: Konkurrcuz der Centrnlplatzc, modernes Antiquariat, Konzessions-system. Kundcnrabatt. Reformrichtungen. Erste Vereine. Weinheini. Kreis-vercine, Rheinisch-Westfälischer und Thüringischer Krcisvereiu. Buchhandel undGewerbcfreiheit 18-18. Erste Statuteureoisiou. Ztand der Resormbcwcgung undihrer Voraussetzungen um die Mitte der sechziger Jahre.
Der Eingang unsers zweiten Bandes nannte die Geschichte dcsdeutschen Buchhandels die Geschichte eines einheitlichen Organismus undunterschied in organisationögcschichtlichcr Hinsicht in dessen Entwickclungdrei Hauptperiodcn, die Perioden des Wanderverkchrs «1450—1564),des Meß- und Tauschhandels (1564—1764) und dcs Konditionssysteins(seit 1764). „Der Nerv des Buchhandels", schrieb Friedrich Perthes ineinem seiner Briefe, „ist der Sortimcntshandcl, das ist die Jurist,Bücher unter die Leute zu bringen". Wie der Buchhandel seine Bücheruuter die Leute bringt: der Wandel in der Geschichte der allgemeinenGrundsätze davon war cö in der That, wonach diese drei Hauptperiodcnsich unterschieden. Eine Folge von Organisationssormcn, deren Ab-wandlung natürlich und notwendig in den Lauf der allgemeinen geistigenund wirtschaftlichen Entwickelung eingebunden ist. Ein und derselbeGrundsatz, der ihnen allen unveränderlich gleich ist: Bücher unter dieLeute zu bringen; und drei AnpassungSformcn, mit denen sich dieserGrundsatz dem geistig-wirtschaftlichen Wandel angleicht. Nnn zeigt einsocialer Organismus in und mit den großen normalen und social un-willkürlichen Vorgängen morphologischer nnd funktioneller Anpassung andie Wandlungen, die mit dem allgemeinen Wachstnm seiner Umgebung
Geschichte des Deutschen Buchlimidels. IV, 21