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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Stellung von Sortiment und Verlag zur Reform. Prvvinzialvereine. 403

seinen Leistungen und deren Genügen herleitete. Und in diesen letzternBeziehungen waren zahlreiche Äußerungen des Verlags der Grund-anschauung jener Richtung und den Folgerungen, die sie daraus zog,keineswegs günstig. Allerdings fanden sich auch unter den Verlegernverhältnismäßig wenige, die ihr mit ganzer Entschiedenheit entgegenge-treten wären, wobei man wohl mit einer gewissen naheliegenden Zu-rückhaltung wird rechnen müssen. Das aber klang hier und dort ausihren Reihen immer wieder heraus: daß ihnen das stehende Sortimentals Vertriebswerkzeug nicht genügte; und wiederholte der Sortimenterbeständig seinen Grundsatz: die Konkurrenz müsse zu Gunsten dereinmal bestehenden Handlungen eingeschränkt werden, so erlaubte sichdagegen der Verleger die Bemerkung, daß es vor allem auf dieIn-dividualität und Qualifieation" des Buchhändlers ankomme und an-kommen solle. Einer, der den Grundsatz möglichster Schrankcnlosigkeitmit aller Entschiedenheit vertrat, war in den 1830er Jahren FriedrichPerthes . Völlige Freiheit des Gewerbes, möglichste Fülle und Weiteder Konkurrenz war nach ihm das, wodurch dem Wohl der Allgemein-heit am besten gedient sei.Die Bestimmung unseres Vereins istnicht Monopol zu erstreben und auszuüben dessen Zweck nicht, unseremfreien Handel Fesseln anzulegen". Sätze, die das Sortiment nicht gernehörte, und die es nicht unwidersprochen ließ. Man gab höchstens zu,daß das Sortiment sie sich gefallen lassen könne hinsichtlich der Ver-leger, denn je mehr der Verleger, desto größer der Markt, und wenneiner nicht reüssiere, so schade er damit niemandem als sich selbst.Mögen noch zehn Mal so viel Bücher erscheinen als bis jetzt," riefOtto Wigand 1839,noch drei Mal so viel neue Handlungen entstehen;das Unglück wird nur die Individuen treffen, nie aber das Ganze";das Sortiment aber schaute nach einer Zukunft aus, über der geschriebenstand, was ein Circular des Verlegers Wilhelm Juranh im Januar1848 also formulierte:Alles für und Alles durch den Sortiments-handcl."

Neben dem Verlangen einer allgemeinen Gesetzgebung durch den

Börsenverein trat einerseits insbesondere betreffs der Bekämpfung des

Kundenrabatts zu Ende der dreißiger Jahre der Gedanke auf, in den

verschiedenenProvinzen"kleine Anti-Nabatt-Vcrcinc" zu bilden, die

ganz still und ohne Aufsehen" vorzugehen hätten, andrerseits das Vcr-

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