Uscmcenkodex. Vereinsbildmig. 40s,
zu einer zeitgemäßen Neubearbeitung auf; Gädicke ließ seine Schrift imJahre 1834 in zweiter Auflage erscheinen, aber ohne einen Strich zuändern, da, dem Buchhandel helfen zu wollen, sich für immer als nutzlosAnd vergeblich ausgewiesen habe; „ich kann mich nicht entschließen, füreinen Stand noch eine Zeile zu schreiben, den jetzt Jedermann, ohneihn gelernt zu haben, ergreifen darf, und bei welchem nur der eineGedanke: man muß sehen, wie man fortkommt! in Ausübung ge-bracht wird".
In der Zeit vor Begründung des Börscnvereins gab es in Deutsch-land an buchhändlerischen Körperschaften nur die Gremien der bürger-lichen Buchhändler in Wien, Prag, Graz und Brünn , errichtet — als-erstes das Gremium in Wien 1807 — auf Grund der kaiserlich-könig-lichen „Ordnung für Buchhändler und Antiquare" vom 18. März 1806.Aber die Geschichte selbst des Wiener Gremiums gehörte bis gegen dieMitte des 19. Jahrhunderts nicht der Geschichte der spontanen buch-händlerischen Gcnossenschasts- und Reformbewegung an. Auch dasWiener Gremium besaß keine andern Statuten als die gleichzeitig mitder eben genannten „Ordnung" ebenfalls vom Staate erlassene allge-meine „Ordnung für das Gremium der Buchhändler und Antiquare".In dieser Gremialordnung kam freilich als Aufgabe auch die derBeratung über „das Beste der Handlung" vor. Aber erstens war dieseBestimmung durchaus nebensächlich und bedeutungslos: die Ordnungenivaren nichts als, in Erneuerung der Theresianischen „Ordnung" vom28. März 1772, die Einspannung lokal-buchhändlerischcr Vorsteherschaftzum Zwecke staatlicher Überwachung des .Buchhandels vor allem Hin-fichtlich der Censurvorschriften; und zweitens sah das Wiener Gremiumwährend der genannten Zeit seine Aufgabe in nichts anderem als demeifersüchtigen Kampfe gegen Vermehrung der Firmcnzahl, während imübrigen die Gremialberichte in eintöniger Wiederkehr vermeldeten: „Zumbesten des Handels ist nichts geschehen."
Ganz andere Erscheinungen, Erscheinungen eigenen sich vertiefendenZusammenschlusses und eigener fortschrittlicher Interessenvertretung warendie Begründungen buchhündlerischer Sondervereine, die nm das Jahr1830 begannen. Dem Gebiete nach, auf das sich ihre Wirksamkeit zuerstrecken suchte, wurden diese Vereine örtliche, landschaftliche oder all-gemeine. Ihre Motive waren entweder Erleichterung und Vervollkomm-