Bereue: Musikalienhändler, Leipzig, Stuttgarter Verleger, Gehilfen. 407
vom Staate bestätigten Statuten zufolge au den Eintritt in den Vereingcbuudcu. Großjährigkeit uud Verfügungsfähigkeit, Bürgerrecht, unbe-scholtener Ruf kamen als Aufnahmebedingungen hinzu. Die Vcrcins-angclcgcnhcitcn waren: das Interesse des Buchhandels überhaupt uud in-sonderheit seine öffentlichen Anstalten uud Einrichtungen. Wir erinnernuns, wie wesentlich der Verein hier eingriff: geleitet von FriedrichFleischer, der mit Ausnahme weniger Jahre (1846—51) von der Grün-dung des Vereins an bis zu seinem Tode (1863) sein Vorsitzender war,ging von ihm die Errichtung des Börsengebäudes aus, er rief die wöchent-liche Börsenabrechnung, das Börsenblatt, die Bcstcllanstalt für Buch-hündlcrpapiere ins Leben, von ihm ging die Gründung der Bibliothekdes Börsenvereins aus (1844), und wir werden seiner noch an andererStelle zu gedenken haben. Daun wurde in Stuttgart , dem Platze, der eineso hervorragende Bedeutung auf dem Gebiete der verlegcrischeu Unter-nehmung gewonnen und sich zum wichtigsten und angesehensten Buch-handelsplatz Süddeutschlands aufgeschwungen hatte, im Jahre 1834(22. Dezember) der erste Verlegervercin gegründet. Ihrer Kraft undBedeutung sicher, schlössen sich die Verleger Stuttgarts zusammen zustrenger gemeinschaftlicher Aufrcchtcrhaltnng fest bestimmter Ordnung inRemission, Abschluß und Zahlung; die Namen der Sortimentcr, die fürNorddeutschland bis Jubilatc oder für Sllddeutschland bis zum 30. Aprilnicht Zahlung geleistet hatten, wurden von den Mitgliedern sich gegen-seitig mitgeteilt, und wenn der an einen Restanten gerichteten gemein-schaftlichen Zahluugsaufforderung nach Verlauf von vier Wochen nichtentsprochen war, wurde von allen Mitgliedern die Rechnung mit ihmaufgehoben.
Den stärksten Gegensatz zu den auf dem buchhändlcrisch-altzeitlichcuBestreben nach gewcrbrcchtlicher Einhegung aufgebauten Organen staat-licher Überwachung bildete das Hervortreten der genossenschaftlichen Be-wegung unter dcu Buchhandlungsgchilfcn. Im Jahre 1833 entstandendie ersten Buchhandlungs-Gehilfen-Vereinc in Leipzig und Berlin , insLeben gerufen von sozialen Motiven: der Pflege geselligen Verkehrs undder Anbahnung genossenschaftlicher Unterstützung, sowie dem Gedankenzwangloser Pflege einer auf die Bedürfnisse des Buchhändlers zuge-schnittenen Bildung und Fortbildung. Am 29. April 1834 veranstalteteder Verein der Buchhündlergchilfen zn Leipzig sein erstes Ostcrmcß-