Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
416
Einzelbild herunterladen
 

416 16- Kapitel: Die Reformbewcguna bis zum Ausaana, der sechziger Jahre.

wohnten. Ja man erklärte sich sogar dahin, daß einer der Hauptgründe,warnm der Handverkauf, der kürzeste, sicherste und einträglichste Teildes Sortimcntsgcschäfts, vieler Orten von den Buchhändlern auf dieAntiquare übergehe, in dem unkaufmännischen Versahren vieler Buch-händler bestehe, zwar den Kunden, die auf Rechnung bei ihnen kauften,Rabatt zu geben und obendrein oft mehrere Jahre lang zu kreditieren,dagegen beim Barverkauf nicht, und riet so vielmehr, wenn man einmalRabatt gebe, dies vorzugsweise und ohne Aufforderung von Seiten derKäufer beim Handverkauf zu thun, dagegen aber lieber den Rabatt alseine Vergünstigung für gemachte Zahlung hinzustellen und dies auch aufden Rechnungen zu bemerken, die langsamen Zahlern wiederholt zuge-schickt würden.

Sodann aber stellte sich neben den Frommannschen Kreisvercin einKreisvercin von besonderer geschichtlicher Bedeutung im Westen Deutsch-lands .

Im Beginn der Reformbewcgung, zu Ausgang des 18. und An-fang des 19. Jahrhunderts, stand Westdeutschland rcformgeschichtlich imSchatten, während gewisse Städte Süddeutschlands eine hervorragendeRolle spielten. Seit dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts vollzogsich darin ein wesentlicher Umschwung. Noch iu den 187<)er Jahrenließ sich im ganzen eine verhältnismäßig gleichgültige oder ablehnendeHaltung Süddeutschlands gegenüber der Rcformarbcit feststellen; um-gekehrt waren es Rheinland und Wcstphalcu, die Gebiete unermüdlicherindustrieller EntWickelung und religiöser Scktcnbildung, die von denvierziger Jahren an bis in die jüngste Gegenwart die feurigsten Ver-treter buchhandelsreformerischen Sturmes und Dranges stellen sollten.

Noch vor der Konstituierung des Frommannschen Vereins wurdeam 3. September 1843 als der älteste der noch heute bestehenden Kreis-vcreinc auf Anregung der Kölnischen Buchhandlungen hin in einer von34 Buchhändlern Nhcinland-Westphalens besuchten Versammlung zu Köln einrheinisch-westfälischer Kreis-Verein" gegründet. Aus L. Bachem,I. Du-Mont, I. Hölscher, 8. Kohnen und C. Thcissing setzte sich der ersteVorstand zusammen.

Gott schütze mich vor meinen Freunden!" hätte mit Bezugauf die Männer, die ihm sein Gepräge gaben, Friedrich JohannesFrommann ausrufen dürfen. Der Rheinisch-Wcstphälische Kreisvercin