10- Kapitel - Die Reformbeweguug bis zum Ausgang der sechziger Jahre.
dann unbedingte Gültigkeit haben sollte (Z 47), und daß er der General-versammlung die vollziehende Gewalt übertrug, indem er sie verpflichtete,Mitglieder, die den Entscheidungen des Vereinsgerichts in der festgesetztenZeit nicht Folge leisteten, aus dem Börsenverein auszuschließen (Z 6, 3),wonach einer solchen ausgeschlossenen Handlung namentlich von keinemVereinsmitglicd ferner Kredit irgendwelcher Art gewährt werden sollte.
In der Generalversammlung des Jahres 1850 wurde der Entwurfvorgelegt; vorgetragen und mit feurigen Worten vertreten von Simion.„Wenn wir nicht wollen, daß der Buchhändler dem Krämer gleich werde,müssen wir uns zu einer entschiedenen That ermannen. Dies alleinist im Stande, uns zu helfen." „Der erste Hauptpunkt des Entwurfsist, daß er sich die Hebung des Geschäfts zur Aufgabe setzt. Währendin dieser Beziehung das frühere Statut sehr zweifelhaft war und esso ausgelegt worden ist, daß sich der Borscnverein mit den geschäftlichenBeziehungen unseres Buchhandels nicht zu befassen habe, sind wir vondein Grundsatz ausgegangen, daß es Aufgabe des Vereins sein müsse,gerade die Regelung der geschäftlichen Verhältnisse in die Hand zunehmen und dadurch dem Buchhandel eine bessere Zukunft zu bereiten".
Simion war weit vorangcstürmr. Und auch sein Sturm zerschelltean den besonnenen Gründen Frommcmnschcn Geistes. Der Widersland,an dem er sich brach, ward am klarsten und nachdrücklichsten zum Aus-druck gebracht von Heinrich Brockhaus . „Es ist hier viel von der großenKrankheit, an welcher der Deutsche Buchhandel leidet, gesprochen worden",bemerkte Brockhaus. „Diese Krankheit ist aber in der That nicht so arg;wir übertreiben es hier. Ich gehöre zu den Buchhändlern von mittlerenJahren und kann mir die früheren Zustände noch recht wohl vergegen-wärtigen. Hiernach sehne ich mich danach, es auszusprechen, daß sehrVieles besser im Deutschen Buchhandel geworden ist; wir sind weitergekommen, nicht zurückgeschritten. Ter Buchhandel muß nur seine Stel-lung begreifen und einsehen, daß er nicht allein im 19. Jahrhundert,wo Alles umgestaltet worden ist, seine alten Formen beibehalten kann,daß alle Veränderungen nicht allein au ihm abprallen können. Es istbesser geworden bei uns, namentlich auch durch das Börsenstatut, undwenn wir auf dem bisherige» Wege beharren, wird es noch besser werden.Wir werden das bisherige aber einreißen, wenn wir das annehmen,ivas die Commission vorschlägt, und wir werden dann Jahre lang suchen