444 10> KapitcU Tic Refvrinbcwegung bis zum Ausgang der sechziger Jahre.
sich dieselbe Kalamität. Zuletzt wählt dcr Buchhändler den Seufzer,bezahlt das Porto und bleibt mit seinem Kunden auf gutem Fuße. Eskommt häufig vor, daß der Kunde zugleich Schriftsteller ist. In diesemFalle hat man folgende Beobachtungen gemacht. Dcr Kunde läßt sichdie Ansichtssendungen seines lokalen Buchhändlers wohl gefallen und be-stellt dann die neuen Bücher, die er braucht, von seinem Verleger, dcrsie ihm zum Buchhäudlcr-Nettoprcise contractmäßig liefern muß. AuchAntiquaria verschafft man sich auf dicsc Weise. Dcr Verleger schicktdie erscheinenden Autiguar-Eatalogc an seinen Autor durch den nämlichenBuchhäudlcr, der die Neuigtcitsscudungen macht. . . Wenn es aber be-werkstelligt werden kann, so werden die Pakete wiederum durch den Local-Buchhündlcr geschickt, der das Porto dafür bezahlt. Aus solche Weisewird es diesem leicht gemacht, bei vieler Arbeit wenig zu verdienen. . .Dcr gemeine Haus- und Hofbuchhändlcr . . hat fortwährend den tröst-lichen Hintergedanken, daß er damit zu den Trägern dcr Wissenschaftgehört, ein Gedanke, dcr von Zeit zu Zeit durch Toaste und Festrcdcubei ihm aufgefrischt wird. . . Der erfahrene Haus- und Hofbuch-händlcr . ^ sagt sich . . von vorn herein, das und das Buch wirst dunicht absetzen, aber es wird doch für diesen oder jenen deiner Kundenvon Interesse sein, dasselbe zu , sehen-. Um sich nun persönlich nichtweiter damit zu ärgern, so macht er sich auch von diesen Büchern, wievon alleu andern, eine Liste, auf welcher die Namen derjenigen stehen,bei welchen ein Interesse vorausgesetzt wird, das Buch zu ,schen'. DieListe übcrgicbt er einem seiner jüngcrn Zöglinge, dem die geistreicheArbeit zugefallen ist, die Ncuigkeitssendungcn zu machen, und dieser ver-schickt dann die angekommenen Exemplare des Buches und verschickt siewieder, sobald sie zurückgekommen, und verschickt sie so lange, bis diesnmmtlichcn Interessenten das Buch ,gesehen' haben. Hin und wiederkommt auch der seltene Fall vor, daß Einer das Buch behält, ein Fall,der dem Chef des Geschäfts gemeldet werden muß. Der gemeine Haus-und Hofbuchhändlcr hat die fixe Idee, die von den Gelehrten begreiflicher-weise unterstützt wird, daß er die göttliche Bestimmung habe, unterallen Umständen Bücher zu verschicken. . . Vermöge dieser idealenGeschäftsanschauung erwacht unser guter Freund am Neujahrsmorgenmit inbrünstigem Danke gegen die Vorsehung, daß sie ihm wiederumgestattet hat, Wissenschaft und populäre Erkcuntniß im verflossenen Jahre