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im allgcmcinen, soscrn cr kcinc nachhaltigen Wirkungen von ihm er-wartete, kühl, dort, wo cr sich über seine grundsätzliche Stellung äußerte,mit scharser Ablehnung auf. Man hätte auf der Seite der Sortimeutcran ein weniger schroffes Vorgehen denken können: wie man in der Thatin der Ostcrmcssc 18(>4 Anhänger des Sortimcntcrvereins in den Börscn-vorstand zu bringen suchte, so Hütte man etwa auf Ermäßigung vonEintrittsgeld und Beitrag für die Börsenvcrcinsmitgliedschaft bedacht seinkönnen; aber der Weg nach dieser Richtung hin war schwer gangbar,und so hatte man, wiewohl der Verein erklärte: „Wir wollen keinenVerein, der nur den Verlegern Opposition machen oder ihnen Gesetzevorschreiben will. Wir wollen nicht, wie die jetzigen Verleger-Vereinenur einseitige und egoistische Zwecke verfolgen. . . Wir sind uns sehrwohl bewußt, daß der Vorthcil des Verlegers und Sortimcntcrs Handin Hand geht . .", dm Weg beschritten, der in der That der Wegdes Kampfes war. Das Vcrcinssortimcnt, erklärte O. Spamcr in einemCircular vom Oktober 1864, müsse auf eine „Erschütterung, wennnicht auf gänzliche Auflösung der eigentümlichen Organisation desdeutschen Buchhandels hinauslaufen". Spamcr hielt für seinen laufendenGeschäftsverkehr als Bedingung offenen Kontos auf ein JahrcSminimumin Absatz uud Bezahlung von zwei Fünfteln des Jahrestransports.Wenigstens grundsätzlich; in der That hatte cr in den letzten Jahrennur Folien geschlossen, bei denen der durchschnittliche Jahresabsatz unterein Drittel oder ein Viertel sank; drei Fünftel der davon betroffenenSortimeutcr verfügten nur über verhältnismäßig beschränkte Absatz-bedingungen. Nun werden cS immer nur gewisse einzelne Bücher sein,die mit ihrem starken Verbrauch für den Jahrcsabsntz des Verlegers denAusschlag gcbcn; übernahm diese, wenn auch nur teilweise, das Vercins-sortiment, so konnte man sich fragen, ob sich die Fortführung einesoffenen Kontos mit mittleren und kleineren SortimcntSgcschäftcn nochverlohne, uud auf jeden Fall konnte der Verleger befürchten, daß eineVeränderung des kollcgialischcn Einvernehmens eintreten wcrdc, daß crdie Beziehung gewisser Firmen zu bestimmten Artikeln aus dem Augeverlieren, die Übersicht über den Wert der einzelnen Geschäftsver-bindungen, ausgedrückt in den Zahlen des wirklichen JahrcSabsatzes,verlieren wcrdc. Indem aber der Sortimeutcr dic gangbaren Artikel
nicht vom Verleger direkt bezog, der Verleger aber die Rentabilität der
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