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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Zunahme der Produktion, der Bevölkerung und der Firincnznhl, 489

1800 2 und im Jahre 1871 8, im Jahre 1900 aber 33. Im Jahre1871 war jeder zwanzigste, ein Mcnschenalter später (1900) jeder fünfteDeutsche ein Großstadtbewohner; bis zur Gegenwart hat vom Jahre1871 ab die ländliche Bevölkerung fast um 1 Million, die städtischeum 20 Millionen zugenommen. Im Jahre 1822 hatte Preußen beieiner Bevölkerung von 11600000 Seelen 20440 öffentliche Volks-schulen mit 1427 045 Schulkindern gehabt, im Jahre 1896 zählte esbei einer Bevölkerung von 31800000 Seelen 36138 Schulen mit5236 826 Schulkindern: die Bevölkerung wuchs um 174 <>/, die Zahlder die Volksschule besuchenden Kinder aber um 266 "/; und um wie-viel gar müßte der Proccntsatz noch erhöht werden, wenn die Steigerungder Stundenzahl, der Güte und Eindringlichkeit des Unterrichts zumAusdruck gebracht werden sollte? In Bayern stiegen die Ausgaben fürErziehung und Bildung von 1819/25 bis 1888/89 von 0,? auf 14,,Millionen Gulden, der preußische Etat für Unterricht und Kultus betrugim Jahre 1850 rund 10 Millionen, im Jahre 1867 rund 15 Mil-lionen, im Jahre 1901 rund 145 Millionen Mark. An den deutschenHochschulen studierten im Jahre 1830 15870, im Jahre 1899 33 000Personen; im Jahre 1875 kamen aus 100000 Einwohner etwa 38,im Jahre 1880 etwa 46, im Jahre 1885 etwa 57, im Jahre 1899etwa 60 Studierende. Im Jahre 1860 kamen auf eine Buchhandlungin Niedcröstcrreich 15000, iu Ungarn 130000, in Kroatien 100000Einwohner: was bedeuten diese Zahlen von Einwohnern als Bllcher-konsumcntcn gegen die 5000 Einwohner in Niedcröstcrreich, die 17002 inUngarn, die 32000 in Kroatien , die im Jahre 1910 auf eine Buchhand-lung entfielen? Die buchhändlcrischc Welt der siebziger Jahre, der Jahreeiner politischen und wirtschaftlichen Neugestaltung Deutschlands , der Ein-führung der allgemeinen Wehrpflicht und des allgemeinen Stimmrechts, dermit der Durchführung der Gewcrbcfreiheit wachsenden Ansprüche an dieBildung der Gewerbetreibenden, eines neuen Aufschwungs des Baugewerbesund der technischen Wissenschaften, eines zunehmenden Luxus, stand staunendvor einem Arbeitsfclde, das sich in eiuem Maße erweiterte, wie man esnoch um die Mitte des Jahrhunderts kaum hätte ahnen können.

Da nun Buchhandel und Buchvcrbrauch zusammengehörige Gliederderselben Bewegung sind: wie war es anders möglich, als daß ebenso