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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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12. Kapitel: Die Reformbcwcgung bis 1889.

Enslin gewählt. Er übernahm das Amt, das er schon einmal so langeverwaltet hatte, mit der programmatischen Erklärung, daß er die Be-kämpfung der Schleudern für eine der wichtigsten Sachen halte, daßaber, den Kampf aufzunehmen, nicht Sache des Börscnvercins seinkönne. Die Erhaltung eines soliden Sortiments sei allerdings eineLebensfrage für den Verleger; der Kampf dafür aber werde hoffentlichvom Vcrlegcrvcrein in die Hand genommen werden. Emil Morgensternmachte die Erklärung des neuen Vorstehers zu der der Versammlung.Wir erkennen es definitiv an, daß die Bekämpfung der Schleuderet fernernicht Aufgabe des Börscnvercins sein soll, daß kein Versuch derart ge-macht werden soll; . . wir werden und können nicht verzichten auf dieBekämpfung der Schleudere!, denn wir betrachten das als Existenzfrage,aber wir werden andere Wege einschlagen, einen andern Kampfplatz auf-suchen, und dieser Saal wird diesen Kampf nicht wieder erleben. Siedürfen vor dieser Gefahr keine Scheu haben."

Der Statutenentwurf des Novcmbcrausschusses wurde angenommen,mit Änderungen, unter denen nur eine von wesentlicher Bedeutung war,die Herabsetzung der Zahl der zu vertretenden Stimmen von 20 auf 6.

Der abtretende Vorsteher, Wilhelm Hertz , feierteden für dasLeben des Börscnvercins historischen Moment" und schlug den Vorhangzurück vor einer Zukunft ganz neuer und besserer Gestaltung.

Worin bestand der Abschnitt? Welches waren die Erfolge? Einkleiner Erfolg war die Aufnahme der Bestimmung in das Statut, daßder Börscnvcrein dic Vertretung der Interessen des deutschen Buchhandelsund seiner Angehörigen im weitesten Umfange und insbesondere dieFörderung der Bestrebungen der Lokal- und Provinzialvercine zumSchutze der betreffenden Interessen bezwecke. Ein großer Erfolg wardie Aufnahme der Stimmvcrtrctung in das Statut.

Mit erleichtertem Aufatmen schrieb Carl B. Lorck in derGeschichtedes Vereins der Buchhändler zu Leipzig ", die 1883 erschien: so sei dennder Börsenvercin seinen ursprünglichen Zwecken gemäß glücklich erhaltengeblieben, und Leipzig sei nicht, wie es anfangs habe scheinen wollen,geschwächt, sondern gestärkt aus der Krise hervorgegangen.

Die Reformpartci, wie sie vor allem in der Person Kröncrs ver-körpert war, hatte ihr Ziel nicht erreicht. Der Kampf gegen die