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12. Kapitel: Die Reformbcwegung bis 1889.
Ungewißheit, die über der Frage ihrer Übertragung auf den Börsenvcreinschwebte, überhaupt aufs Spiel gesetzt zu sehen, in der Absicht andrer-seits, dem einmal Erreichten, und zwar auf Grund des neuen Statuts,das dem Vorstand des Börscnvereins die Verpflichtung auferlegte, dieBestrebungen der Lokal- und Provinzialvereine zum Schutze der geschäft-lichen Interessen ihrer Mitglieder zu fördern, die unter Rücksicht aufjene beiden Verlcgerpartcicn mögliche Wirkungskraft zu verschaffen, fordertenur, daß der Vorstand des Börscnvereins die Autorität des Verbandesmit seiner Autorität dadurch stütze, daß er an einzelne Mitglieder eineentschiedene Verwarnung ergchen ließe; daß er auf die Verleger dahineinzuwirken suchte, daß sie den Delcgicrtenbeschlüsscn vom Jahre 1882gegenüber eine wohlwollendere Stellung einnähmen und namentlich durchähnliche Maßregeln, wie die von den erwähnten vier Leipziger Bcrlags-firmen in Anwendung gebrachten, den indirekten Bezug zu erschwerentrachteten; daß er zugleich die Kommissionäre ersuchte, mit der Lieferungan die vom Börscnvcrcinsvorstand verwarnten Firmen vorsichtiger zuWerke zu gehen; endlich daß er seinen Einfluß betreffs der immer mehrund überall sich steigernden Rabattfordcrungcn bei den maßgebenden Be-hörden im ganzen Deutschen Reiche geltend machte. So das Mindest-maß, das, um Erreichbares sicher zu erreichen, der Vcrbandsvorstandin Aussicht genommen hatte. Entschloß sich freilich der Börscnvorstand,die Angelegenheit persönlich in die Hand zu nehmen, so war der Ver-band, wie jedenfalls sein Vorsitzender, Theodor Lampart in Augsburg ,erklärte, bereit, sich vor ihm zurückzuziehen und sich auf die Aufgabezu beschränken, die an ihn gelangende Anklage zu prüfen, den Stoffzu sichten und darüber an den Börsenvereinsvorstand zu berichten. DieVerhandlungen fanden zu Leipzig am 17. Oktober 1883 statt, und derBörsenvercinsvorstand entschloß sich in der That in dem letzteren Sinne.Nicht im vollen Einverständnis mit der Ansicht Kröners. Kröner wünschteeine Siebcner-Kommission, zusammengesetzt aus den drei Vorständen derVerlcgervereine, drei Delegierten der Provinzial- und Lokalvereine undeinem Mitglied des Vorstandes des Börsenvereins. Es war namentlichder stürmischere Parey , der dem widersprach und die ÜberstimmungKröners herbeiführte; der Börsenvorstand allein also sollte künftig sowohldie allgemeine Einladung an seine Verlegermitglieder erlassen: grund-sätzliche Schleuderet nur mit verkürztem Rabatt oder gar nicht zu liefern,