550 12. Kapitel: Die Rcformbewcgung bis 1889.
Der Börsenvereinsvorstand richtete in Ausführung der Beschlüsseder Hauptversammlung ein Rundschreiben an die Verleger, in demer ihnen die Erhaltung eines lebensfähigen Sortiments warm ansHerz legte und sie aufforderte, zu diesem Zwecke die Maßnahmen desBörsenvcreins zu unterstützen und Sortimcntcrn, die ihnen vom Bör-senvercinsvorstand künftig auf Grund der Kommissionsbeschlüsse alsprinzipielle Schleudercr bezeichnet werden würden, nur mit verkürztemRabatt oder gar nicht zu liefern. Der Vorstand gab ihnen zugleich dieZusammensetzung der Kommission bekannt, die aus einem Delegiertendes Börsenvereinsvorstands, drei Verbandsdelcgierten, einem Delegiertendes Leipziger, einem des Stuttgarter Verlegervereins und einem vondem Börsenvereinsvorstandc delegierten Verleger, an Stelle des Dele-gierten des Berliner Vcrlegcrvercins bestand, der einen Vertreter zu wählenabgelehnt hatte, da nach Z 1 seiner Geschäftsordnung sein alleiniger Zweckdie Aufrechterhaltung von Ordnung und Pünktlichkeit im Bereiche derGeschäftsverbindungen seiner Mitglieder sei. Sie begann alsbald mitihrer Thätigkeit, der Entscheidung vom Verbandsvorstand ihr unter-breiteter Schleudercifälle; die Entscheidungen wurden vorläufig vomBörscnvercinsvorstand nicht veröffentlicht: denn bald genug stellte sichbei den Kommissionsvcrhandlungen die Notwendigkeit heraus, für dieweitere Behandlung vor allem die Grundsätze festzustellen und zu ver-öffentlichen, nach denen die Entscheidungen zu fällen waren: es geschahim Februar 1885, und die Grundsätze waren die für den Verkehr desSortimenters mit dem Publikum von der Delegiertcnvcrsammlung des10. Mai 1884 beschlossenen. Damit war die Grundlage geschaffen,auf der sich die Dinge weiter zu entwickeln vermochten. Mit Erfolgallerdings eben nur, wenn alle Einzelnen, alle Vereine einmütig zu-sammenwirkten. Unterm 4. November 1884 hatte der Börsenvereinsvor-stand seine den Beschlüssen von Kantate 1884 entsprechende Aufforderungan die Verleger gerichtet. Sic hatte einen über Erwarten guten Erfolg,denn bis Februar 1885 stimmten ihr mehr als 600 Firmen zu. Am29. Januar 1885 fand im Berliner Sortimenterverein ein verändertesStatut Annahme, in dem der Zusatzparagraph gestrichen war, deröffentliches Angebot von 10 in Katalogen gestattete, und das denRabatt vom 1. April 1885 ab auf 10^ einschränkte, ausdrücklichsowohl für den Lokalverkehr, als auch für den Verkehr nach auswärts.